07.03.2017: DSV aktiv-Serie - Skiknigge (Teil 5)

10 Regeln f√ľr Skitouren auf Pisten

Skitourengehen liegt im Trend! Die Freiheit der Streckenwahl, die einsamen Fahrten in frisch verschneite H√§nge, die sportliche Herausforderung - all das macht das Skitourengehen zu einem einmaligen Bergerlebnis. Immer beliebter werden dabei auch das Aufsteigen und Abfahren auf Pisten. Neben der Lawinensicherheit (bei ge√∂ffneten Pisten) bieten Skigebiete auch gute Schneeverh√§ltnisse und gem√ľtliche Skih√ľtten zum Verschnaufen. Die Nutzung der Skipisten zum Skitourengehen kann allerdings zu Konflikten mit anderen Wintersportlern oder Liftbetreibern f√ľhren. Der Deutsche Alpenverein hat deshalb zehn Regeln f√ľr Skitouren auf Pisten aufgestellt. Sie wurden in Kooperation mit dem Deutschen Skiverband, der "Stiftung Sicherheit im Skisport" (SIS), dem Verband Deutscher Seilbahnen sowie weiteren wichtigen Institutionen abgestimmt.

1. Aufstieg und Abfahrt erfolgen auf eigenes Risiko und eigene Verantwortung.

Skipisten stehen in erster Linie den Nutzern der Seilbahnen und Lifte zur Verf√ľgung. Durch die gro√üe Zahl an Wintersportlern in den Skigebieten erh√∂ht sich f√ľr Skitourengeher das Risiko f√ľr Unf√§lle oder Zusammenst√∂√üe.

2. Nur am Pistenrand aufsteigen (FIS-Verhaltensregel Nr. 7). Dabei hintereinander, nicht nebeneinander gehen. Auf den Skibetrieb achten.

W√§hrend des Skibetriebs besteht Unfallgefahr durch Gegenverkehr. Das Risiko kann durch ein sicherheitsbewusstes, vorausschauendes und r√ľcksichtsvolles Verhalten reduziert werden.

3. Besondere Vorsicht an Kuppen, in Engpassagen, Steilh√§ngen und bei Vereisung der Piste. Bei Pistenquerung m√∂glichst einzeln gehen bzw. Abst√§nde zueinander halten. Keine Querung in un√ľbersichtlichen Bereichen.

Skisportler und Snowboarder rechnen im Skibetrieb nicht mit Gegenverkehr aus dem Tal. Besonders gef√§hrlich sind Situationen, in denen Skitourengeher durch Schneeh√ľgel, Kurven oder Kuppen verdeckt und somit erst sehr sp√§t oder gar nicht von den anderen Wintersportlern gesehen werden. √Ąu√üerste Vorsicht ist geboten! Ebenso beim Queren: Unbedingt immer gen√ľgend Platz f√ľr die Fahrman√∂ver anderer Skifahrer lassen!

4. Pistensperrungen, Warnhinweise und lokale Regelungen immer beachten.

Einige Skigebiete stellen aus Sicherheitsgr√ľnden und aufgrund √∂rtlicher Gegebenheiten eigene spezifische Regeln f√ľr Skitourengeher auf. Ausgewiesene Pisten und Aufstiegsrouten, zeitliche Einschr√§nkungen und Sperrungen sind unbedingt zu beachten!

5. Bei Pistenarbeiten sind die Pisten aus Sicherheitsgr√ľnden gesperrt. Insbesondere bei Einsatz von Seilwinden besteht Lebensgefahr.

Die Pistenpr√§parierung nach dem t√§glichen Betriebsschluss der Lifte und Bahnen erfolgt oft mit Hilfe von Seilwinden. Stahlseile, die sich dabei bedrohlich √ľber die Piste spannen, bedeuten Lebensgefahr f√ľr Skifahrer! Gef√§hrlich k√∂nnen auch Pistenraupen selbst oder Beschneiungsanlagen sein, wenn etwa Elektro- und Wasserleitungen auf den Pisten liegen.

6. Frisch präparierte Skipisten nur in den Randbereichen befahren. Bei Dunkelheit stets mit eingeschalteter Stirnlampe gehen, reflektierende Kleidung tragen.

Die Pistenbetreiber investieren viel Geld, um f√ľr ihre zahlenden G√§ste ideale Pistenbedingungen zu schaffen. Wenn Skitourengeher auf frisch pr√§parierten Pisten abfahren, k√∂nnen ihre Skispuren festfrieren und so die Qualit√§t der Pr√§parierung beeintr√§chtigen. Um Unf√§lle in der Dunkelheit zu vermeiden, gilt die Divise: Sehen und gesehen werden!

7. Auf alpine Gefahren, insbesondere Lawinengefahr, achten. Keine Skitouren durchf√ľhren, wenn Lawinensprengungen zu erwarten sind. Nur ge√∂ffnete Pisten sind vor Lawinen gesichert.

Nach Neuschneef√§llen, Erw√§rmung oder starkem Wind sind in Skigebieten oftmals Lawinensprengungen n√∂tig. Skitourengeher sind dort dann in Lebensgefahr! Diese Gefahrensituationen ebenso wie ausgewiesene Sperrzonen sind bei der Tourenplanung unbedingt zu ber√ľcksichtigen!

8. Skitouren nur bei gen√ľgend Schnee unternehmen. Sch√§den an der Pflanzen- und Bodendecke vermeiden.

Wenn zu wenig Schnee liegt, können Skifahrer die Pflanzen- und Bodendecke der Skipisten schädigen. Skitouren sollten auch auf Pisten nur dann unternommen werden, wenn eine ausreichend verfestigte Schneedecke vorhanden ist.

9. R√ľcksicht auf Wildtiere nehmen. Bei D√§mmerung und Dunkelheit werden Tiere empfindlich gest√∂rt. Hunde nicht auf Skipisten mitnehmen.

Bei Skitouren abends und nachts k√∂nnen Wildtiere empfindlich gest√∂rt werden. Um St√∂rungen zu vermeiden, sollten Skitouren bei Dunkelheit nur auf Pisten durchgef√ľhrt werden, die f√ľr "Tourenabende" freigegeben sind.

10. Regelungen an den Parkpl√§tzen beachten, Parkgeb√ľhren bezahlen, umweltfreundlich anreisen.

An Parkpl√§tzen kommt es zu Konflikten, wenn Tourengeher ihre Autos in Bereichen abstellen, die f√ľr die Nutzer der Bergbahnen vorgesehen sind, Einfahrten versperren oder auf Privatgel√§nde parken. R√ľcksichtnahme ist hier besonders wichtig. Parkgeb√ľhren sind selbstverst√§ndlich zu bezahlen.

√úberregionale Regeln

Die im Dezember 2016 aktualisierten zehn Regeln f√ľr Skitouren auf Pisten sind abgestimmt mit: Deutscher Alpenverein, Deutscher Skiverband, Stiftung Sicherheit im Skisport, Verband Deutscher Seilbahnen, Bayerisches Innenministerium, Bayerisches Umweltministerium, Bergwacht, Lawinenwarndienst, betroffene DAV-Sektionen, Bergbahnen und Gemeinden. Die Regeln gelten seit dem Jahr 2003 f√ľr alle bayerischen Skigebiete und haben sich bew√§hrt.

√Ėrtliche Regeln

F√ľr einzelne Skigebiete in den Bayerischen Alpen gelten dar√ľber hinaus jeweils auf die √Ėrtlichkeiten zugeschnittene Regelungen, die vor Ort bekannt gegeben werden. Ausgewiesene Routen und Zeitvorgaben, etwa H√ľtten- und Tourenabende, sind unbedingt zu beachten!


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