08.02.2017: DSV aktiv-Serie - Skiknigge (Teil 2)

Die FIS-Verhaltensregeln

Anders als im Stra├čenverkehr existieren f├╝r die Piste keine gesetzlich festgelegten Regelungen. Als Ma├čstab f├╝r r├╝cksichtsvolles Verhalten dienen jedoch die FIS-Verhaltensregeln, die unter anderem vom Juristischen Beirat des DSV entwickelt wurden. Sie sind als Norm anerkannt und werden vor Gericht f├╝r die Urteilsfindung herangezogen. Die gegenseitige R├╝cksichtnahme ist dabei am wichtigsten!

1. R├╝cksicht auf die anderen Skifahrer und Snowboarder

Skifahren ist ein Gemeinschaftssport. Tausende Wintersportler befinden sich an einem strahlenden Wintertag in den gro├čen Skigebieten. Besonders am Wochenende und in den Ferien teilen wir die Pisten mit vielen Gleichgesinnten. Da sollte es sich von selbst verstehen, dass jeder Skifahrer oder Snowboarder so r├╝cksichtsvoll f├Ąhrt, dass er keinen anderen gef├Ąhrdet oder sch├Ądigt. Dazu geh├Ârt: das Verhalten der anderen Wintersportler immer beobachten, den eigenen Fahrstil stets anpassen und mit einem notwendigen Abstand fahren.

2. Beherrschung der Geschwindigkeit und der Fahrweise

F├╝r jeden Skifahrer und Snowboarder gilt: bitte auf Sicht fahren. Die Geschwindigkeit und die Fahrweise wird den Gel├Ąnde-, Schnee- und Witterungsverh├Ąltnissen sowie der Verkehrsdichte angepasst. Das Fahrtempo sollte beim Skifahren stets dem K├Ânnen entsprechen, um auch bei unvorhergesehenen Situationen wie Eisplatten, Bodenwellen oder Behinderungen durch andere Skifahrer noch rechtzeitig vorbeisteuern oder bremsen zu k├Ânnen.

3. Wahl der Fahrspur

Der von hinten kommende Skifahrer und Snowboarder sollte seine Fahrspur so w├Ąhlen, dass er vor ihm fahrende Skifahrer und Snowboarder nicht gef├Ąhrdet. Daf├╝r muss er die anderen Pistenteilnehmer, ihr Verhalten und ihre Fahrspur, stets gut beobachten und entsprechend handeln.

4. ├ťberholen

├ťberholt werden darf von oben oder unten, von rechts oder von links, aber immer nur mit einem Abstand, der dem ├╝berholten Skifahrer oder Snowboarder f├╝r alle seine Bewegungen gen├╝gend Raum l├Ąsst. Jeder sollte so fahren, dass er andere Wintersportler, insbesondere Anf├Ąnger, nicht ├╝berrascht oder verschreckt und damit vom eigenen Fahrverhalten ablenkt.

5. Einfahren, Anfahren und hangaufw├Ąrts Fahren

Jeder Skifahrer und Snowboarder, der in eine Skiabfahrt einfahren, nach einem Halt wieder anfahren oder hangaufw├Ąrts schwingen oder fahren will, vergewissert sich vorher nach oben und unten, dass er dies ohne Gefahr f├╝r sich und andere tun kann. Die bereits fahrenden Skisportler haben immer Vorfahrt.

6. Anhalten

Jeder Skifahrer und Snowboarder sollte es vermeiden, sich ohne Not an engen oder un├╝bersichtlichen Stellen einer Abfahrt aufzuhalten. Ein gest├╝rzter Skifahrer oder Snowboarder macht eine solche Stelle bitte so schnell wie m├Âglich frei. Angehalten werden kann stets am Rand der Piste, nicht jedoch unmittelbar hinter Kuppen oder Kurven. Sind Skisportler in einer Gruppe unterwegs, stellen sie sich beim Anhalten bitte hintereinander am Pistenrand auf, nicht nebeneinander.

7. Aufstieg und Abstieg

Ein Skifahrer oder Snowboarder, der aufsteigt oder zu Fu├č absteigt, nutzt daf├╝r den Rand der Abfahrt. Fahrende Skisportler haben stets Vorfahrt. Insbesondere an engen, un├╝bersichtlichen Stellen ist Vorsicht geboten.

8. Beachten der Zeichen

Jeder Skifahrer und Snowboarder muss die Markierung und die Signalisation beachten. Das gilt im besonderen Ma├če f├╝r die Lawinenwarnleuchte. Leuchtet diese rot, herrscht mindestens die Lawinenwarnstufe 3. Wintersportler d├╝rfen die gesicherten Pisten dann keinesfalls verlassen. Ebenso wichtig: die Achtung der Naturschutzzonen. Eine Missachtung kann mit hohen Geldbu├čen einhergehen.

9. Hilfeleistung

Bei Unf├Ąllen ist jeder Skifahrer und Snowboarder zur Hilfeleistung verpflichtet. Das gebietet nicht nur ein gegenseitiges r├╝cksichtsvolles Miteinander sondern auch das Gesetz. Die wichtigsten Ma├čnahmen nach einem Unfall: Unfallstelle absichern, organisierte Bergrettung alarmieren, Erste Hilfe leisten, Ruhe bewahren und ausstrahlen.

10. Ausweispflicht

Jeder Skifahrer und Snowboarder, ob Zeuge oder Beteiligter, ob verantwortlich oder nicht, kann im Falle eines Unfalles dazu verpflichtet werden seine Personalien anzugeben. In den Skigebieten besteht Ausweispflicht. Der Personalausweis kann aber auch zum eigenen Vorteil werden: Die meisten Skigebiete bieten Erm├Ą├čigungen f├╝r Sch├╝ler und Studenten, f├╝r Personen mit k├Ârperlicher Beeintr├Ąchtigung sowie ab gewissen Altersstufen. Das Vorzeigen des Passes zahlt sich oft also aus.

TIPP DES TAGES

Auch die FIS-Verhaltensregeln k├Ânnen das Risiko f├╝r einen Skiunfall nicht g├Ąnzlich ausschalten. F├╝r den Fall der F├Ąlle zahlt sich eine Skiversicherung aus. Die DSV-Skiversicherungen kommen bei Skidiebstahl, -bruch oder -besch├Ądigung f├╝r den Verlust auf und tragen sogar die Kosten f├╝r eine m├Âgliche Hubschrauberbergung. Mehr Infos unter www.ski-online.de/skiversicherung


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