01.02.2017: Beim deutschen Sportfachhandel ist Optimismus angesagt - Deutscher Markt schloss 2016 bei einer Steigerung um 0,6 Prozent mit einer starken schwarzen Null

München – „Der deutsche Sportfachhandel hat sich auch 2016 wieder am wettbewerbsintensivsten europäischen Einzelmarkt auf sehr hohem Vergleichsniveau mit einer Umsatzsteigerung von 0,6 Prozent unter anderem gegen starke Konkurrenz des wachsenden Digitalcommerce behauptet und beendet das Jahr mit rund 7,3 Milliarden Umsatz. Als Verband Deutscher Sportfachhandel freuen wir uns zu unserer Weltmesse, der ispo Munich, über eine gute ‚schwarze Null‘ berichten zu können, mit der wir leider unsere Erwartung von einem Prozent Umsatzsteigerung im Eventjahr 2016 nicht ganz erreicht haben. Wie immer verlief das Wetter nicht im Rhythmus unserer Saisonverkäufe. Im Eventjahr 2016 standen wir gleichzeitig im harten Wettbewerb mit reinen Internetanbietern und mit den meisten unserer Toplieferanten, die immer stärker mit ihren Mono-Label-Shops vor allem im Internet eigenen Retail betreiben und damit unseren Umsatz und vor allem unsere Ertragssituation schmälern.

Trotzdem behalten wir deutschen und europäischen Sportfachhändler auch vor dem Hintergrund dieser Wettbewerbssituation unseren schon sprichwörtlichen Optimismus. Wir sind sicher, dass die deutschen und europäischen Verbraucher der persönlichen Gesundheit und damit der sportlichen Bewegung nach wie vor einen hohen Stellenwert in ihrem Leben einräumen. Und wir sind sicher, dass die immer stärker werdende Hinwendung des europäischen Verbrauchers in Richtung ‚Be active‘ das Gespräch zwischen Handel und Industrie bei unserer weltgrößten Fachmesse, der ispo Munich, bestimmen wird. Das betrifft besonders den stetig wachsenden Anteil von Health- und Fitnessangeboten und die rasch fortschreitende Entwicklung der Wearable-Technologien.“

So informiert der Präsident des europäischen Händlerverbandes Fedas und des Verbandes Deutscher Sportfachhandel, Werner Haizmann, zu Beginn der ispo Munich die Mitglieder seiner Verbände über die aktuelle Situation am Markt. Zurückschauend auf die Umsätze im Jahr 2016 in den einzelnen Angebotsbereichen in deutschen Sportfachgeschäften sind folgende Ergebnisse festzuhalten:

Der Trend zum Skiverleih blieb auch im Jahr 2016 ungebrochen. Allein die in diesem Bereich in Deutschland aktiven Sportfachhändler erzielten zweistellige Umsatzzuwächse. Demgegenüber stehen 2016 Umsatzrückgänge von mehr als 15 Prozent bei Ski und jeweils 25 Prozent bei Tourenski und Snowboards sowie achtprozentige Umsatzrückgänge bei Skischuhen und Helmen. Hier spielen bei der Ausrüstung sicher die starken Umsätze der Jahre 2015 und 2014 eine Rolle, vor allem bei Helmen. Das Sicherheitsdenken beim Skilauf hat sich durch die großen Werbeaktionen von Sportfachhandel und Deutschem Skiverband durchgesetzt. Das zeigt auch die Steigerung des Umsatzes bei Protektoren um neun Prozent. Bei der Skibekleidung legten 2016 die Jacken um drei Prozent zu, während der Umsatz bei Hosen dem Umsatz 2015 entsprach. Bei der Winterfreizeitmode gab es einen Umsatzzuwachs von drei Prozent.

Der Sportschuhumsatz stieg auf hohem Niveau um ein Prozent, der Umsatz von Trekking- und Wanderschuhen um acht Prozent, während der Umsatz bei Fußballschuhen trotz Fußballeuropameisterschaft um ein Prozent zurückging. Hier macht sich seit Jahren die Demografie mit ihren sinkenden Kinderzahlen bemerkbar.

Die Umsätze bei Teamsport stiegen um fünf Prozent, während die Umsätze beim Racketsport um sechs Prozent zurückgingen und die bei Funsport und Inlinern um 19 Prozent.

Mit über 20 Prozent Marktanteil ist Outdoor nach wie vor das stärkste Segment im deutschen Sportfachhandel. Die Umsätze stiegen ebenfalls auf schon sehr hohem Niveau noch einmal um vier Prozent an, wobei die Jacken mit plus ein Prozent und die Schuhe mit plus acht Prozent abschlossen.

Nach drei schwachen Wintersaisons in Deutschland sorgt jetzt allerdings der flächendeckende Schnee im Januar für eine deutliche Belebung des Wintersportgeschäfts in all seinen Segmenten. Es zeigt sich wieder einmal, dass es fast jedes Jahr das richtige Winterwetter pünktlich zu unserer Weltmesse ispo Munich gibt.

„Als deutsche und europäische Sportfachhändler“, so Werner Haizmann in seinem Verbandsbericht zu ispo-Beginn abschließend, „werden wir uns im Rahmen des Digital Commerce immer stärker auf Multichannel- und Omnichannel-Angebote spezialisieren und in unseren Fachgeschäften in diesem Rahmen auch die dazugehörenden Sporterlebnisbereiche schaffen. Die Wünsche des Kunden bestimmen in Zukunft ausschließlich unsere Angebote am Markt, denn heute trägt jeder Kunde mit seinem Smartphone oder seinem Tablet sein eigenes Sportfachgeschäft in der Hand - oder in der Hosentasche. Auf Knopfdruck kann er sich sein persönliches Angebot am Markt zusammenstellen und über Preise und Angebotsformen informieren. Diesem Verbraucher und seinem Wunsch „Click und Collect“ werden wir uns mit entsprechenden eigenen Angeboten stellen und dafür sorgen, dass er in unseren Sportfachgeschäften multimediale Sporterlebnisflächen vorfindet - auf denen kann er Sport live erleben und seine persönliche Auswahl unter den angebotenen Hartwaren und Sporttextilien treffen.

Mit dem Messeschwerpunkt ‚Health und Fitness‘ unterstreicht unsere Weltmesse des Sports, die ispo Munich, von Jahr zu Jahr mehr unsere klassische Rolle des Sportfachhändlers als dem geborenen Wellnessberater. Nur er übersetzt das Jahr für Jahr anwachsende Gesundsportangebot im Fitness-, Walking- und Joggingbereich in gezielte Beratung und in ein maßgeschneidertes Angebot vor Ort. Deshalb arbeiten wir, Messe und Handel, seit Jahren gemeinsam daran, das Thema Sport und Gesundheit zu einem stabilen Angebotsfaktor in unseren Fachgeschäften zu machen.

In Zukunft muss es uns als deutschem und europäischem Sportfachhandel gelingen, alle sportinteressierten Kunden aller Altersschichten auf allen Kommunikations- und Absatzkanälen, die sie nutzen, anzusprechen. Dabei müssen wir sie für den Einkauf stationär und virtuell gleichermaßen begeistern. Wir werden dabei unsere Kunden in der Cyberwelt und der Cloud nicht kampflos anderen Vertriebsformen überlassen.“

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