03.02.2015: Deutscher Sportfachhandel steigert sich 2014

Die 2-schönste Sache im Leben: Sport Der deutsche Sportfachhandel steigerte 2014 trotz extremer Wetterkapriolen den Umsatz um 1,5 Prozent auf 7,308 Milliarden Euro (Statement zur ISPO MUNICH 2015 von vds- und Fedas-PrÀsident Werner Haizmann)

Unser sprichwörtlicher Optimismus, als SportfachhĂ€ndler immer fĂŒr die 2-schönste Sache im Leben zustĂ€ndig zu sein, den Sport, bewĂ€hrte sich 2014 wieder und wird es auch 2015 tun. Mit dieser Grundstimmung kommen wir europĂ€ischen, wir deutschen SportfachhĂ€ndler wieder zur ISPO MUNICH, unserer weltweit grĂ¶ĂŸten Fachmesse.

Unsere positive Stimmung speist sich aus mehreren Quellen:

Sport mit all seinen Facetten gehört mehr denn je zur 2-schönsten Sache im Leben aller EuropĂ€er und besonders der Deutschen. Sport und seine Förderung als Breiten-, Betriebs-, Familien- und Gesundheitssport sind seit Beginn des 21. Jahrhunderts und besonders im letzten Jahrzehnt das Topthema geworden, das dem EuropĂ€ischen Parlament und der EU-Kommission gleichermaßen am Herzen liegt.

Unseren großen europĂ€ischen Sporthandelsverbundgruppen wie Intersport International und Sport 2000 International gelingt es als Gesundsportberater von Jahr zu Jahr besser, ihre Mitgliedsunternehmen als die lokalen Erstanbieter vor Ort so schlagkrĂ€ftig zu halten wie im Multi- und Omni-Channel-GeschĂ€ft in allen europĂ€ischen LĂ€ndern. Ein GeschĂ€ft, bei dem auch alle unsere fĂŒhrenden Markenartikelpartner aus der Industrie als unsere Konkurrenten mit eigenen Offline- und Inline-Auftritten vertreten sind.

So unterhĂ€lt beispielsweise allein unser großer Markenpartner mit den drei Streifen, laut einem Bericht der Textilwirtschaft von Mitte Januar 2015, auf der Cloud-Plattform Demandware Commerce 50 Onlineshops fĂŒr mehr als 25 LĂ€nder in Europa, Asien sowie Nord- und SĂŒdamerika. ZusĂ€tzlich, so heißt es dort weiter, diene weitere Digitalisierung der Onlineshops dazu, bei adidas im elektronischen Handel echte globale Einkaufserlebnisse ohne regionale EinschrĂ€nkungen zu schaffen. Schon heute haben die globalen Markenplayer unserer Branche bis zu 20 Prozent ihres Absatzes in der eigenen Hand. Das zeigt, dass die Wettbewerbssituation fĂŒr den traditionellen europĂ€ischen Sportfachhandel, den wir als EuropĂ€ischer Sportartikelfachhandelsverband Fedas und als vds vertreten, von Jahr zu Jahr auf allen MĂ€rkten schwieriger wird. Es gelingt uns aber nach wie vor, in diesem Wettbewerb unsere seit Jahren starke Stellung mit einem Marktanteil von 45 Prozent zu halten und noch leicht auszubauen.

Wir verdanken das der Tatsache, dass Beratung und Service nach wie vor eine der großen StĂ€rken unserer europĂ€ischen Kollegenschaft ist. Sie wird sich bei der ISPO MUNICH auch unter diesem Aspekt wieder ein genaues Bild ĂŒber die Angebote der Markenhersteller machen. Stark sind wir als Handel vor allem dann, wenn sich in unseren GeschĂ€ften Offline- und Online-Angebote fĂŒr alle sportlichen WĂŒnsche unserer Kunden zielfĂŒhrend ergĂ€nzen. Multi Channel beziehungsweise ihre Weiterentwicklung zu Omni-Channel-Strategien sind deshalb fĂŒr uns als Fachhandel alternativlos. Unser europĂ€ischer und deutscher Sportmarkt erweist sich trotz Neigungen zur Stagnation als relativ gesund. Allerdings gilt das nicht fĂŒr alle seine TeilmĂ€rkte oder Produkte gleichermaßen. TatsĂ€chlich entscheidet der Lifestyle beziehungsweise Trendfaktor einer Sportart wesentlich ĂŒber deren Wohl und Wehe. So hat beispielsweise das Thema Running Zeug zu einem echten Spitzenreiter. In dieser Warenwelt steigen die UmsĂ€tze seit Jahren kontinuierlich an.

Wir wissen, dass die zunehmende Orientierung unserer Kunden in Richtung nachhaltiger Angebote und intelligenter Gesundheitsprogramme in unseren GeschĂ€ften neue Grundlagen fĂŒr unsere GeschĂ€ftserfolge schaffen, und zugleich unseren Optimismus weiter stĂ€rken, der auch die ISPO MUNICH prĂ€gt. Nachhaltigkeit und Gesundheit sind fĂŒr uns keine schnelllebigen Trends im Sport, sondern eine kontinuierliche Weiterentwicklung der Beobachtung der Soziologen, dass Sport tatsĂ€chlich fĂŒr viele Millionen EuropĂ€er die 2-schönste Sache im Leben ist.

In europÀischen Zahlen betrachtet manifestiert sich die Hinwendung unserer Kunden zu Sport in allen Bereichen durch die von uns Anfang 2014 sicher nicht so erwartete Steigerung des Umsatzes am deutschen Markt um 1,5 Prozent von 7,2 Milliarden 2013 auf 7,308 Milliarden Euro im Jahr 2014.

FĂŒr Gesamteuropa sieht diese Entwicklung nicht so gut aus. Hier verlor der Markt, fasst man die unterschiedlichen Zahlenangaben seiner Teile zusammen, um 5 Prozent. Damit sank der Umsatz von 36 Milliarden Euro im Jahr 2013 auf rund 35,82 Milliarden Euro im Jahr 2014.

FĂŒr die Entwicklung des europĂ€ischen Marktes sind neben den unterschiedlichsten Witterungsbedingungen ebenso die nach wie vor schwierigen Wirtschaftsbedingungen vor allem im SĂŒden und Osten Europas verantwortlich. Sie werden durch hohe Jugendarbeitslosigkeit geprĂ€gt. Das beeinflusst auch die UmsĂ€tze in unseren SportgeschĂ€ften stark. Hier macht sich auch die hohe Zahl der sehr preisaggressiven Online-Anbieter in diesem Bereich bemerkbar.

Die sportlichen Ereignisse im Eventjahr 2014, geprĂ€gt durch die Olympischen Spiele in Sotchi und die WM in Brasilien, schlugen sich in Europa auf unsere UmsĂ€tze vor allem im Teamsportbereich nieder. Hier hat der Weltmeister Deutschland und der deutsche Sporthandel zum sportlichen Pokal den goldenen Umsatz-Pokal geholt. Unsere Teamsportkollegen in Deutschland konnten aus ihm einen besonders großen Schluck nehmen. Ohne dieses tolle Ergebnis rund um die sechs Wochen der WM hĂ€tten die deutschen SportfachhĂ€ndler ihr Superergebnis wohl nicht erreicht, wie die Verkaufszahlen wĂ€hrend der WM in anderen europĂ€ischen LĂ€ndern zeigen.

Was die steigenden Umsatzzahlen am deutschen Markt allerdings nicht auf den ersten Blick aussagen ist, dass die Margen im deutschen wie im europÀischen Fachhandel stark unter Druck stehen. Das abgelaufene Handelsjahr 2014 war zumindest in Deutschland, ein Land, dessen Bewohner das wÀrmste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen vor mehr als 100 Jahren erlebten, ein Outdoor- und Running-Jahr.

So wuchsen die UmsĂ€tze im Outdoorbereich auf sehr hohem Niveau um weitere 3 Prozent und die im Bereich Running, in dem auch die Schuhe enthalten sind, auf sehr hohem Niveau um weitere 12 Prozent. Die OutdoorumsĂ€tze stellten dabei 2014 mehr als 20 Prozent des Gesamtumsatzes im deutschen Sportfachhandel dar. Der Bereich Running-Walking bestimmte 2014 12 Prozent der UmsĂ€tze in deutschen SportfachgeschĂ€ften, gefolgt vom Teamsport, der 11,5 Prozent des Gesamtumsatzes fĂŒr sich beanspruchte und der durch den sensationellen Verlauf der Fußball-WM fĂŒr seinen Umsatzbereich vor allem bei Schuhen und Trikots einen Umsatzsprung um gute 20 Prozent erzielen konnte.

Die grĂ¶ĂŸten Umsatzverluste im vergangenen Jahr, das, wie wir alle wissen, ein Jahr ohne einen nicht einmal gefĂŒhlten Winter war, erlitten der Bereich Wintersport mit minus 19 und der Bereich Winterfreizeitmode mit mehr als 15 Prozent. Die negativen Zahlen sollen und werden uns als SportfachhĂ€ndler aber nicht zu dem falschen Schluss verleiten, dass der Wintersport und damit das GeschĂ€ft, das daraus fĂŒr uns erwĂ€chst, in der Gunst unserer Kunden verliert. Es ist wahr, dass der demografische Wandel sich in den Zahlen der aktiven Wintersportler beiderlei Geschlechts und vor allem bei den jungen Leuten bemerkbar macht. Es ist aber auch wahr, dass alle Facetten des Wintersports ĂŒberall in Europa immer noch bei Millionen Fans in Europa eine extrem hohe Begehrlichkeit haben. Die Begehrlichkeit wird sofort geweckt, wenn es lĂ€nger als drei Tage bis ins Flachland ordentlich geschneit hat - dann setzt ungebrochen der Run auf Pisten und Loipen ein.

Die UmsĂ€tze in unseren GeschĂ€ften zeigen jedes Jahr deutlich, dass unsere Kunden sich zwar in immer stĂ€rkerem Maß ihre Ski am Wintersportort leihen, dass sie aber gleichzeitig bereit sind, fĂŒr ihre AusrĂŒstung immer mehr gutes Geld in die Hand zu nehmen. Das beweist der auf bereits hohem Niveau um 2 Prozent in Deutschland gesteigerte Umsatz bei Skischuhen ebenso wie die steigenden UmsĂ€tze hochwertiger Skibrillen, hochwertiger Protektoren, Helme, Handschuhe und FunktionsunterwĂ€sche. Beim Skischuhverkauf ist das Servicethema Custom Fit ein Treiber. Hochwertige Markenartikel sind im Bekleidungsangebot ebenfalls Umsatz bestimmend.

Bei diesen UmsĂ€tzen spielen die traditionell sehr gute Beratungs- und Servicekompetenz unserer deutschen und europĂ€ischen FachgeschĂ€fte und der in ihnen beschĂ€ftigten kompetenten Mitarbeiter eine große Rolle. Als vds stellen wir diese Kompetenz alljĂ€hrlich bei unserem Super-Cup auf die Probe. An diesem Europas grĂ¶ĂŸten Schulungs- und Verkaufswettbewerb der Branche, der auch von unserer Fachmesse ISPO MUNICH gut unterstĂŒtzt wird, beteiligen sich seit mehr als 20 Jahren 1600 Kundenberater aus unseren GeschĂ€ften, aus denen der Verband jĂ€hrlich die 40 besten SportartikelfachverkĂ€ufer auswĂ€hlt.

Bei Fitness gab es eine Steigerung von etwa 8 Prozent und bei Funwheel eine Steigerung von 11 Prozent. Zusammen stellten beide Angebote etwa 8 Prozent des durchschnittlichen Jahresumsatzes in deutschen SportfachgeschĂ€ften dar. Dass Sport die 2-schönste Sache im Leben ist, zeigen die genannten UmsĂ€tze im Bereich Fitness-Workout, mit dem ich meine MarktĂŒbersicht nun abschließe.

Unsere Aufmerksamkeit in den nĂ€chsten Jahren wird sicher von der Tatsache geprĂ€gt, dass mehr als die HĂ€lfte aller Deutschen aktiv Sport treiben. Auf europĂ€ischer Ebene treibt die EU-Kommission das Thema Sport und Gesundheit im großen Stil voran. So sollen im September 2015 ĂŒberall in Europa unter dem Dach der EU Sportwochen stattfinden. Die Fedas und wir als vds werden uns zusammen mit den Kollegen vom europĂ€ischen Industrieverband FESI daran beteiligen. Das heißt fĂŒr uns ist Gesundheit nicht nur die Abwesenheit von Krankheit, sondern WohlfĂŒhlfaktor und in Verbindung mit Sport als 2-schönste Sache im Leben weiterhin der starke Motor des Sportmarkts. So gibt beispielsweise jeder Deutsche bereits jetzt im Durchschnitt, laut BBE, 83 Euro fĂŒr Sportartikel aus.

Wir sind deshalb weiter dabei, unter FederfĂŒhrung der großen Verbundgruppen Intersport und Sport 2000 und ihren Multi- und Omni-Channel-Konzepten, die steigende Bedeutung des Healthcarebereichs fĂŒr unsere UmsĂ€tze zu berĂŒcksichtigen. In diesem Bereich wollen und werden wir die AttraktivitĂ€t der FachgeschĂ€fte im stationĂ€ren Handel weiter erhöhen. Dazu nutzen wir schon jetzt die großen Chancen, die sich aus der VerknĂŒpfung zwischen ErlebnisflĂ€che und virtuellen Erlebnis- und EinkaufsflĂ€chen ergeben.

Uns deutschen und europĂ€ischen SportfachhĂ€ndlern muss es gelingen, alle sportinteressierten Kunden aller Altersschichten auf allen Kommunikations- und AbsatzkanĂ€len anzusprechen und sie dabei fĂŒr den Einkauf stationĂ€r und virtuell gleichermaßen zu begeistern. Wir werden unsere Kunden in der Cyberwelt nicht kampflos anderen Vertriebsformen ĂŒberlassen – genauso wenig unseren klassischen Markenpartnern aus der Sportartikelindustrie, die sich in diesem Bereich immer grĂ¶ĂŸere Anteile vom virtuellen Kuchen abschneiden wollen.

Als europĂ€ischer Sportfachhandel freuen wir uns darĂŒber, dass unsere Weltmesse 2015 ihr bereits großes Angebot zum Thema Healthcare noch erheblich ausgeweitet hat und damit unsere Rolle als Gesundsportberater weiter stĂ€rkt. Sie hat uns zugleich ein neues Angebotsfenster zum Markt eröffnet, dessen Möglichkeiten bereits viele unserer Unternehmen in ganz Europa nutzen. Sie folgen darin Überlegungen, die der Zukunftsforscher Horx so formuliert: „Gesundheit ist ein gutes Verkaufsargument und durchdringt lĂ€ngst alle Lebens- und Konsumbereiche, unter dem Stichwort Corporate Health auch die Arbeitswelt. Der Gesundheitsmarkt ist und bleibt damit in Zukunft ein wichtiger Eckpfeiler der Wirtschaft.“

Wir europĂ€ischen SportfachgeschĂ€fte sind dabei, unsere GeschĂ€ftsmodelle unter dem Aspekt des Siegeszugs des E-Commerce grĂŒndlich und gut den neuen KundenbedĂŒrfnissen anzupassen. So wissen wir, dass sich laut BBE-Studien die Online-UmsĂ€tze in unserem Bereich allein in Deutschland von 2009 auf 2014 um 25 Prozent erhöht haben. Wir werden also auch in diesem Jahr bei unserem ISPO-Besuch sehr genau darauf achten, mit welchen Marken wir GeschĂ€fte machen.

Unsere ISPO MUNICH ist und bleibt weltweit die grĂ¶ĂŸte und beste Sportmesse. Sie ist dabei die weltgrĂ¶ĂŸte multimediale Informationsplattform fĂŒr den internationalen Sportfachhandel und die internationale Sportartikelindustrie. Ihr Besuch ist daher ein Muss fĂŒr jeden deutschen und europĂ€ischen SportfachhĂ€ndler und ein Muss fĂŒr die gesamten internationale Sportartikel- und Sportmodebranche.

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