12.06.2014: Fedas-Generalversammlung 2014 in Berlin: Netzwerk des europĂ€ischen Sportfachhandels noch fester knĂŒpfen - Multi-Channel-Vertrieb und gesamteuropĂ€ische Zusammenarbeit mit der Sportartikelindustrie im Europa der 28 große Herausforderungen

Der Weltmeister, dreifache Europameister und Olympiasieger MdB Eberhard Gienger setzte bei einem Empfang fĂŒr die Fedas im Deutschen Bundestag in Berlin den sportpolitischen Höhepunkt des Meetings

Fedas-PrĂ€sident Werner Haizmann und VizeprĂ€sident Ernst Aichinger in ihren Ämtern bestĂ€tigt

Berlin – „Handel und Industrie ist es in den vergangenen Jahrzehnten gemeinsam gelungen, der Sportartikelbranche in Europa im schwierigen Wirtschaftsleben der EU wichtige Wachstumsimpulse zu geben. Sie formten das Gesicht der Branche. Von Jahr zu Jahr werden wird der europĂ€ische Sportfachhandel bei der EU in BrĂŒssel immer stĂ€rker wahrgenommen und es werden Leistungen des europĂ€ischen Sportfachhandels in gemeinsame Aktionen der EU integriert, von der Ausbildung bis zur aktiven Förderung des Breiten- und Gesundheitssports.“ So beschreiben PrĂ€sident Werner Haizmann, Stuttgart-Bad Cannstatt, und VizeprĂ€sident Ernst Aichinger, Wien, den Ist-Zustand der Arbeit ihres Verbandes, der Fedas, die 2013 ihren 50. Geburtstag feiern konnte. Ort der jĂ€hrlichen Bestandsaufnahme war Berlin. Dort fand vom 18. bis 20. Mai 2014 die Generalversammlung der Vertreter des organisierten europĂ€ischen Fachhandels statt.

Bei den Neuwahlen wurden mit Dank fĂŒr ihre bisherige gute Arbeit Fedas-PrĂ€sident Werner Haizmann, Stuttgart-Bad Cannstatt, und Fedas-VizeprĂ€sident Ernst Aichinger, Wien, in ihren Ämtern bestĂ€tigt. Das galt auch fĂŒr GeneralsekretĂ€r Claude Benoit aus Bern, dem Chefdiplomaten des Verbandes. Er will zum Ende des Jahres 2014 sein Amt allerdings aufgeben, da er mit Peter Bruggmann einen guten Nachfolger als Asmas-PrĂ€sident der Schweiz gefunden hat. Er trat bereits sein Amt im Fedas-Vorstand an. Hier ersetzt er seinen Asmas-Verbandskollegen Marcel Savioz, der nach jahrzehntelanger Mitarbeit im Verband ebenfalls mit großem Dank fĂŒr seine Leistungen fĂŒr den Erfolg des europĂ€ischen Sportfachhandels aus dem Vorstand ausscheidet. Weiter im Vorstand vertreten sind Dave Quadvlieg aus den Niederlanden als VizeprĂ€sident und VSSÖ-GeschĂ€ftsfĂŒhrer Magister Michael Nendwich. Als Vertreter des SĂŒdtiroler Sportfachhandels gehört Hans Hellweger aus Welsberg/Monguelfo traditionsgemĂ€ĂŸ dem Vorstand an. Dort nimmt er auch Interessen des gesamten italienischen Sportfachhandels war.

„Bei der BewĂ€ltigung der von und in der EU gestellten Wirtschafts- und Förderaufgaben“, so Haizmann und Aichinger in ihren Berichten zur aktuellen Lage weiter, „arbeiten der europĂ€ische Sportartikelhandel und die europĂ€ische Sportartikelindustrie und ihre beiden SpitzenverbĂ€nde Fedas und FESI seit Jahren auf Augenhöhe im Rahmen einer strategischen Partnerschaft zusammen. Diese Partnerschaft wird in den kommenden Jahren vertieft und verfeinert werden“.

Die Fedas legt auf den weiteren Ausbau und die Pflege des gesamteuropĂ€ischen Informationsnetzwerkes des Sportfachhandels großen Wert. An diesem Netzwerk können sich Partner aus allen EU-LĂ€ndern mit und ohne entsprechende Verbandsstrukturen beteiligen. Das europĂ€ische Handelsnetzwerk setzt dabei auf die Erfahrungen und EinschĂ€tzungen der Mitgliedsunternehmen in den großen Verbundgruppen des Handels genauso wie auf die der großen Sporthandelsketten in der EU.

Wichtigstes Symbol der Zusammenarbeit zwischen Sportartikelfachhandel und Sportartikelindustrie in Europa ist zweifellos die Pflege und die gemeinsame Weiterentwicklung des Fedas-WarengruppenschlĂŒssels, der von einer eigenen Fachorganisation, der FSO, unter Leitung von Fedas-GeneralsekretĂ€r Claude Benoit gestaltet wird.

Bei der Analyse der Marktentwicklung im europĂ€ischen Sportfachhandel, die jedes Jahr einen wichtigen Platz auf der Tagesordnung des Verbandes einnimmt, kam die Fedas in Berlin zum Schluss, dass sich der gesamte Sportartikelmarkt in Europa nach wie vor sehr schwierig gestaltet, vor allem bedingt durch die hohen Jugendarbeitslosenzahlen und die wirtschaftliche SchwĂ€che der europĂ€ischen Mittelmeeranrainer. Trotzdem ist es der Branche gelungen, vor allem im hart umkĂ€mpften deutschen Markt, dem grĂ¶ĂŸten in der EU, die Marktanteile des Fachhandels zu halten beziehungsweise sie nicht weiter absacken zu lassen. Vor allem in Europa mussten die Positionen des mittelstĂ€ndisch geprĂ€gten Sportfachhandels gegenĂŒber einer wachsenden Zahl von Monomarkenshops der Markenpartner des Handels verteidigt werden.

EuropĂ€ische FachhĂ€ndler sind weiterhin mehr denn je gefordert, auf die BedĂŒrfnisse der unterschiedlichsten Verbraucher- und Altersgruppen punktgenau einzugehen. Dazu gehört in Zukunft auch die Beherrschung des Multi-Channel Marketings. Es ist aber nach wie vor nur eine Hoffnung, dass es dem europĂ€ischen Sportfachhandel gelingen könnte, in den nĂ€chsten Jahren in all seinen GeschĂ€ften mit engagiertem Verkaufspersonal trotz sinkender Kundenfrequenz weiter steigende UmsĂ€tze bei geringem Warendruck zu erzielen. Das hat auch mit dem raschen Voranschreiten des Internethandels in ganz Europa zu tun.

Nach wie vor muss die Fedas in verschiedenen BranchengesprĂ€chsrunden, vor allem bei der weltgrĂ¶ĂŸten Fachmesse der Branche, der ISPO MUNICH, nach Lösungen suchen, die auf der einen Seite auf die klassische Partnerschaft zwischen Monomarken- und Multimarkenservice setzen, auf der anderen Seite aber auch die Tatsache berĂŒcksichtigen, dass sich SportgeschĂ€fte gegenĂŒber der Konkurrenz und gegenĂŒber dem Angebot der großen Marken mit eigenen Labeln begehrenswert am Markt machen mĂŒssen. Nur so können sie auf Dauer höhere Gewinnmargen erzielen, die der klassische europĂ€ische SporthĂ€ndler dringend nötig hat.

„Wir werden auch in Zukunft weiter mit den steigenden Erfolgen des Internethandels und den verschiedenen großen Discountlabels im Handel und der wachsenden Zahl der Factory Outlets leben mĂŒssen. Die großen Verbundgruppen unserer Branche setzen hier bemerkenswerte Signale“, formulierte die Fedas eine ihrer momentanen Aufgaben.

Deshalb beschĂ€ftigen sich die Fedas und ihre MitgliedsverbĂ€nde fortlaufend damit, wie neue Handelskonzepte und -technologien eingesetzt werden können, damit der Wettbewerbsvorteil des Fachhandels weiterhin dauerhaft gesichert werden kann. Innovationen erhöhen die Effizienz im Lagermanagement und in der Logistik. Gleichzeitig werden in Europas FachgeschĂ€ften von den Kunden immer mehr maßgeschneiderte Serviceleistungen und besondere Einkaufserlebnisse in den GeschĂ€ften erwartet. Dabei spielen Infoterminals, elektronische Preisschilder und Werbedisplays ebenso eine Rolle wie die moderne RIFD-Technologie.

Ein winziger Computerchip und eine ebensolche Antenne stellen dem Kunden wichtige Produktinfos berĂŒhrungslos bereit und liefern zugleich wichtige Informationen fĂŒr die hauseigene Logistik. In den USA bereits seit Jahren ein Renner in den GeschĂ€ften.

Vom Gienger-Salto begeistert

Ein Höhepunkt der Fedas-Generalversammlung in Berlin war ein Empfang der Delegierten im Deutschen Bundestag in seiner historischen Kulisse des alten Reichstags. Gastgeber war dabei der 36-malige deutsche Kunstturnmeister, der dreimalige Europameister am Reck, der Weltmeister 1974 sowie Bronzemedaillengewinner von 1976 und heutige CDU-Bundestagsabgeordnete Eberhard Gienger, der in seiner aktiven Branchenzeit von 1981 bis 1989 auch Leiter der Promotionabteilung der Firma Arena war.

Der Erfinder des Gienger-Saltos am Reck, zweimalige Sportler des Jahres und seit 2007 auch Mitglied in der International Gymnastics Hall of Fame diskutierte mit der FĂŒhrungsspitze der Fedas „locker vom Hocker“ die neuesten Entwicklungen in der deutschen und europĂ€ischen Sportpolitik. Dabei brachte er seine Erfahrungen als sportpolitischer Sprecher seiner Fraktion im Bundestag und als Mitglied des Sportausschusses im Deutschen Bundestag ebenso ein wie seine Erfahrungen als GeschĂ€ftsfĂŒhrer der Eberhard Gienger Pro-Motion GmbH und als VizeprĂ€sident Leistungssport des Deutschen Olympischen Sportbundes und als Mitglied des Kuratoriums der Bundesliga-Stiftung.

MdB Eberhard Gienger, der auch der Europaunion-Parlamentariergruppe im Bundestag angehört, nutzte dabei das vielfĂ€ltige Engagement der Fedas zur Förderung des Breitensports in Europa, um den Vertretern des Sportfachhandels und der gesamten Branche die sportpolitischen Vorhaben der neuen Bundesregierung vorzustellen, an deren Formulierung er mit seiner langjĂ€hrigen Expertise ebenfalls beteiligt war. „Die CDU/CSU-Bundestagsfraktion unterstĂŒtzt die sportpolitischen Ziele des Bundesinnenministers Thomas de MaiziĂšre, die sich natĂŒrlich auch in der Sportpolitik der EU wiederfinden. Die Vorhaben des Ministers reichen von einem neuen Anti-Doping-Gesetz ĂŒber die Weiterentwicklung der Sportförderung bis hin zu neuen Rahmenbedingungen von Großsportereignissen. SportverbĂ€nde und BĂŒrger mĂŒssen gleichrangig mit einbezogen werden.

„Beim Anti-Doping-Gesetz“, so Gienger vor der Fedas, gilt es, „das Machbare“ zu erreichen. Dabei mĂŒssen die neuen Bestimmungen dem Grundsatz der VerhĂ€ltnismĂ€ĂŸigkeit und des Bestimmtheitsgebots im Strafrecht entsprechen. Das heißt, dass strafrechtliche Normen nach diesem Gebot so konkret sein mĂŒssen, dass Tragweite und Anwendungsbereich des Tatbestandes, beispielsweise Doping, zu erkennen sind und sich durch Auslegung ermitteln lassen. Das Strafrecht, so Gienger, will hier dem BĂŒrger Rechtssicherheit bezĂŒglich von Strafbarkeit von Handlungen und der auf sie angedrohten Strafen bieten. Wichtig sei es aber, die Vorteile der Sportgerichtsbarkeit zu erhalten. Eine der sehr schwierigen Aufgaben, die das deutsche Parlament in dieser Legislaturperiode zu lösen hat.

„Deutschland soll in Europa und der Welt weiterhin eine fĂŒhrende Sportnation bleiben“, fasst MdB Gienger seinen sportpolitischen Exkurs vor der Fedas zusammen. „Dabei leistet der Bund mit 190 Millionen Euro einen wichtigen Beitrag zur Spitzensportförderung. Bei einem sich verstĂ€rkenden internationalen Wettbewerb mĂŒssen jedoch die Effizienz verbessert, Prozesse optimiert und Kompetenzzentren ausgebaut werden. Zusammen mit dem organisierten Sport und den Athleten können diese Ziele erreicht werden. Gigantismus oder Kostenexplosionen in diesem Bereich mĂŒssen aber verhindert werden. Deshalb kann eine Bewerbung um Großsportereignisse nur zusammen mit dem Sport und den Menschen im Land erfolgen.“

Aus seiner Erfahrung heraus wisse er, was der deutsche und europÀische Sportfachhandel bei der Sportförderung insgesamt leiste und welche bedeutende Rolle er beispielsweise bei der Lösung der Frage eines möglichst breiten Zugangs zum Sport und bei einer Verbesserung des Schulsports und des Breitensports spiele.

PrĂ€sident Werner Haizmann, VizeprĂ€sident Ernst Aichinger und GeneralsekretĂ€r Claude Benoit dankten ihrem Gastgeber aus dem Bundestag sehr herzlich fĂŒr den politischen Gienger-Salto, den er im ParlamentsgebĂ€ude unter dem Beifall der Fedas-Delegierten vorgefĂŒhrt hatte. Bei der sportlichen Vergangenheit des jetzigen Tandemspringers versteht es sich von selbst, dass er auch im WM-Jahr in der Fußballmannschaft des Bundestags auf Torjagd geht.


MdB Eberhard Gienger erlÀuterte den Fedas-Delegierten deutsche und europÀische Sportpolitik.


Höhepunkt der Generalversammlung in Berlin war ein Empfang im Deutschen Bundestag. Gastgeber war der sportpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion MdB Eberhard Gienger (Bildmitte).

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