22.01.2014: Olympische Winterspiele in Sotschi und Fußballweltmeisterschaft in Brasilien sorgen für positive Messestimmung - Steigendes Gesundheitsbewusstsein stärkt den Sportfachhandel

Auch ein Jahr mit extremen Wetterkapriolen und ohne große sportliche Weltevents wie 2013 mindert den Optimismus nicht, mit dem wir als europäische Sportfachhändler wieder zur größten Sportfachmesse der Welt, der ISPO, nach München kommen.

Was sich im letzten Jahr leider gemindert hat, sind unsere Umsätze. Der europäische Sportfachhandel hat im vergangenen Jahr einen Umsatzverlust von vier Prozent zu verzeichnen und kommen damit auf einen Jahresumsatz von rund 36 Milliarden Euro. In unserer Hoffnung, das Jahr 2013 mit einer schwarzen Null abschließen zu können, sind wir enttäuscht worden.

Der deutsche Sportmarkt, der umsatzstärkste in der EU, verzeichnet für 2013 ebenfalls einen Umsatzrückgang von zwei Prozent. Nach 7,34 Milliarden Euro 2012 kamen wir 2013 auf einen Umsatz von 7,2 Milliarden Euro.

Blicken wir in unserer europäischen Marktübersicht als Beispiel auf die Umsatzentwicklungen in den wichtigsten Angebotssegmenten des deutschen Sportfachhandels im Jahr 2013 zurück.

Deutschland ist nicht nur der stärkste Sportartikelmarkt in Europa, sondern auch der Markt mit dem härtesten Wettbewerb.

Zur Beurteilung der Jahreszahlen 2013 will ich ihnen ein Monatsbeispiel nennen. Der Dezember war einer der mildesten Weihnachtsmonate der letzten 30 Jahre.

Damit war uns allen klar, dass trotz guter Umsatzzuwächse bei Teamsport, Running und Fitness ein Gesamtjahres-Umsatzminus nicht zu verhindern war. Wintersport, Outdoor und Multisport waren dabei die Gruppen mit den größten Umsatzeinbrüchen.

Die Skiumsätze im deutschen Sportfachhandel gingen 2013 um 5 Prozent zurück. Zu 80 Prozent wurden Rockerski verkauft. Dagegen stieg der Umsatz bei Skistiefeln um 3 Prozent. Das zeigt den Trend, dass man sich immer öfter die Ski am Urlaubsort leiht, aber dass man auf jeden Fall seine eigenen Skischuhe mit in den Urlaub nimmt. Hier nutzen unsere Kunden die hervorragende Beratungsleistung der Mitglieder des Verbandes deutscher Sportfachhandel vds.

Der Umsatz von Skihelmen und Protektoren hat sich 2013 nicht weiter nach oben bewegt. Hier ist es aber dem deutschen und europäischen Fachhandel im Lauf der letzten Jahre gelungen, durch eine intensive Beratungs- und Serviceleistung dazu beizutragen, dass in Deutschland und Europa 80 Prozent aller Skifahrer auf den Pisten mittlerweile mit Helm unterwegs sind. Bei Protektoren liegt der Anteil noch nicht so hoch, steigt aber von Jahr zu Jahr. Das heißt wir erleben seit einiger Zeit eine erhöhte Nachfrage nach Rückenprotektoren - sie sind mittlerweile ja leicht und bequem zu tragen. Sie lohnen sich auch für den Skifahrer, der nur einmal pro Saison auf die Piste geht.

Dass Helme Leben retten können zeigt vor kurzem wieder der schwere Unfall von Michael Schumacher, dem wir heute von der ISPO-Pressekonferenz aus gute Besserung wünschen.

Nach diesem Unfall, der ein großes Medienecho hatte, ist die Nachfrage nach Helmen noch einmal von einem sehr hohen Niveau ausgehend weiter angestiegen.

Dieser Unfall hat uns allen wieder klargemacht, dass wir Sporthändler als die Sicherheitsberater vor Ort weiterhin die große Verantwortung haben dafür zu sorgen, dass jeder Ski- und Snowboardfahrer den Helm so selbstverständlich trägt wie wir alle den Sicherheitsgurt im Auto.

Die Umsätze bei Snowboards und Skimode gingen 2013 um 10 Prozent zurück. Die Winterlifestylemode erreichte 2013 die Umsätze von 2012.

Nach der Devise „heute kaufen, morgen laufen“ stiegen die Umsätze bei Running- und Walkingschuhe um acht Prozent und die bei Trekking- und Wanderschuhen um 5 Prozent. Das heißt diese Umsatzbereiche sind weiter eine sichere Bank für Umsatzzuwächse.

Da 2013 ein Non-Eventjahr war, also ein Jahr ohne weltweite Großereignisse wie Fußballweltmeisterschaft oder Olympische Spiele, verbuchte der deutsche Sportfachhandel im Teamsportbereich einen 15 prozentigen Umsatzrückgang, bei Racketsport einen 12 Prozentigen sowie bei den Funsportarten und Inlinern einen 17 Prozentigen. Der kurze aber knackige Sommer 2013 verhalf der Bademode zu einem Umsatzplus von einem Prozent.

Die Umsätze in dem für den Sportfachhandel sehr wichtigen Outdoorsegment verharrten auf dem hohen Niveau der Vorjahre. Der Jackenumsatz gab allerdings um 5 Prozent nach, dafür stieg der Umsatz bei Schuhen um 5 und bei Hartwaren und Rücksäcken um 4 Prozent.

Nachdem wir kurz vor den Olympischen Spielen in Sotschi stehen und wir uns alle auf die Fußball-WM im Sommer in Brasilien vorbereiten, hoffen wir zunächst für Deutschland auf ein Umsatzwachstum zwischen ein und drei Prozent.

Das große Fragezeichen Wetter muss aber hinter allen unsere Prognosen für 2014 gesetzt werden. Nur wenn das richtige Wetter zur richtigen Absatzzeit passt, erzielen wir die für uns dringend notwendigen Umsatz- und Gewinnsteigerungen.

Wintersport, wie er sich umfassend auf der ISPO MUNICH präsentiert, ist trotz aller Unkenrufe weiterhin eine wichtige globale Sportart. Die Zahl der Wintersportler bleibt weltweit stabil. Bemerkenswert ist das nach Aussage internationaler Marktbeobachter neue Zielgruppen erschlossen werden - das gilt besonders in Osteuropa. Wintersport bleibt darum vielfältig und attraktiv für viele Zielgruppen: Pistenskifahrer, Tourengeher, Freerider, Snowboarder, Langläufer. Wintersport spricht also viele Verbraucher an, das heißt auch viele Kunden des Sportfachhandels.

Die unterschiedlichen Trends sind dabei nicht nur in der Hartware erkennbar, sondern genauso bei der Skibekleidung und den Accessoires. Während der Trend zum Skiverleih weiter zunimmt, bieten Skischuhe, Bekleidung und Schutzausrüstung interessante Geschäftsfelder für die Händler im flachen Land an, wenn sie dort mit entsprechendem Fokus und entsprechender Kompetenz bearbeitet werden.

Bei den Produktinnovationen, die wir hier auf der ISPO MUNICH sehen, stehen generell der Komfort und der verbesserte Zugang zum Sport im Vordergrund. Gefragt sind Rocker-Ski, leichtere Produkte, das easy Handling, sehr gute Passform bei den Skischuhen und leichte Bekleidung mit großer Bewegungsfreiheit um nur einige Marketingthemen zu nennen.

Weil das so ist und der Wintersport mit seinen vielen Möglichkeiten für den Verbraucher so facettenreich ist, sehen wir uns als Sportfachhändler nach wie vor als die Gesundsport- und Wellness-Berater in unseren Geschäften bestätigt. Wir bieten dabei immer fundierte Rundumberatung und ausgefeilten Service.

Unser traditioneller Marktpartner, die europäische Skiindustrie hat mit uns zusammen jeweils eigene Marken-Pakete gepackt, die wir auf der Messe prüfen können. Sie enthalten über Ski, Bindungen und Schuhe bis zu den Accessoires für jede Zielgruppe das richtige Angebot.

Als sehr positiv mit Hinblick auf unsere Umsatzerwartung sehen wir aber auch, dass im Wintersport und nicht nur dort, die gesundheitlichen Aspekte des Sports in ganz Europa immer mehr an Bedeutung gewinnen, verbunden mit dem erhöhten Wunsch der Sportler vor Verletzungen weitgehend geschützt zu sein. Helme, Knie- und Ellbogenschützer gehören beispielsweise zu unseren Stammangeboten in denen Body Protection laufend an Bedeutung gewinnt. Hier sorgen Innovationen und Style wie bisher für steigenden Absatz.

Besonderes Augenmerk widmen wir europäischen Wintersportfachhändler dem Skischuhverkauf. Dank revolutionärer Technologien sind perfekte Passform und Komfort für das Angebot in unseren Geschäften selbstverständlich. Hier haben wir uns als beratende Sportfachhändler einen hohen Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen aggressiven Angebotsformen erarbeitet – den wollen wir behalten.

Wir freuen uns auf die Olympischen Winterspiele in Sotschi. Ihre hohe Werbewirksamkeit wirkt sich positiv aus. Ist doch schon eine Eröffnungsfeier „die größte Wintersport-Modenschau der Welt“, wie es unser großer Münchner Modemacher Willi Bogner formuliert. Einen richtigen Umsatzschub erwarten wir mit der Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien. Erst recht dann, wenn die Deutsche Nationalmannschaft weit kommt.

Als deutsche Sportfachhändler haben wir uns mit unserem Ganzjahresangebot am größten Einzelmarkt der EU, in einem immer schwieriger werdenden Marktumfeld, wieder gut behauptet. Die positive Entwicklung haben, wie schon in der Vergangenheit, federführend die großen internationalen Verbundgruppen des mittelständischen Fachhandels, die Intersport International und Sport 2000 International, bewirkt.

Entgegen der eher verhaltenen Entwicklung der Konsumbereitschaft in den vergangenen Jahren berichten nun führende Wirtschaftsforschungsinstitute immer häufiger, dass die Verbraucher in Deutschland weniger sparen und wieder mehr Geld für den täglichen und mittelfristigen Verbrauch ausgeben. Von dieser Entwicklung profitieren wir Sporthändler. Als sympathische und authentische mittelständische Sportfachhändler mit guter Beratungskompetenz und starken Sortimenten ist es uns so gelungen, in Teilbereichen weiter zu wachsen. Dazu konnten wir mit guter Warenverfügbarkeit und marktgerechten Preisen das ganze Jahr in unseren Geschäften punkten. Damit bieten wir unseren Wettbewerbern, aus und in allen Kanälen, trotz aller Wetterwidrigkeiten erfolgreich die Stirn.

Das in einer Zeit, in der sich der Sporthandelsmarkt so wie er sich auf der ISPO MUNICH darstellt, nachhaltig verändert. Die discountorientierten Wettbewerber setzen ihre Expansion konsequent fort und aus der EU streben neue preisorientierte Anbieter auf unseren Heimatmarkt, den wir mit aller Energie und Kraft verteidigen wollen und werden.

Unsere Industriepartner eröffnen leider weiter eigene oder in Franchise geführte Monolabel-Stores. Sie verankern damit ihre Wachstumsziele im Own-Retail und im Internet.

Die umfassenden täglichen Informationsmöglichkeiten der Verbraucher und die gnadenlose Preistransparenz in den neuen Medien erfordert verstärkt unsere volle Aufmerksamkeit.

Deshalb sind wir dabei, unter Federführung der großen Verbundgruppen Intersport und Sport 2000, mit intelligenten Multi-Channel-Konzepten die Attraktivität unseres stationären Handels zielstrebig nach vorne zu entwickeln um die großen Chancen aus der Verknüpfung zwischen Erlebnisfläche, virtuellen Erlebnis und Einkaufsflächen deutlicher zu nutzen.

Uns als deutsche und europäische Sportfachhändler muss es dabei gelingen, alle sportinteressierten Kunden, aller Altersschichten, auf allen Kommunikations- und Absatzkanälen anzusprechen und für den Einkauf, stationär oder virtuell gleichermaßen, zu begeistern. Wir werden unsere Kunden in der Cyberwelt und der Cloud nicht kampflos anderen Vertriebsformen überlassen.

Als europäischer Sportfachhandel freuen wir uns darüber, dass unsere Weltmesse ISPO in ihrem breiten Angebot zum Thema Healthcare unsere Rolle als die der Gesundsportberater weiter stärkt. Hier hat sich bereits für uns ein neues Angebotsfenster zum Markt eröffnet und wir nutzen seine Möglichkeiten bereits. Der Zukunftsforscher Horx hat dazu formuliert. Ich zitiere: “Gesundheit ist ein gutes Verkaufsargument und durchdringt längst alle Lebens- und Konsumbereiche, unter dem Stichwort Corporate Health auch die Arbeitswelt. Der Gesundheitsmarkt ist und bleibt in Zukunft ein wichtiger Eckpfeiler der Wirtschaft“, Zitat Ende.

Wir, die europäische Sportfachgeschäfte, sind auf den rasanten Wandel unserer Geschäftsmodelle durch den Siegeszug des E-Commerce gut vorbereitet. Das zeigt sich an unserem Verhalten auf der Messe. Wir erhalten im Bereich Ware und Marketing die entscheidenden Informationen die wir brauchen, um zu jeder Zeit den durch die modernen Informationsmedien sehr gut informierten Verbraucher in unsere Geschäfte zu locken. Dort bieten wir ihm für jede sportliche Betätigung die richtigen Markenprodukte an - zum richtigen Preis und zum ganz persönlichen Nutzen.

Was wir auf Dauer dabei nicht können und nicht wollen, ist die fortschreitende Schnäppchenjagd des Verbrauchers zu unterstützen, die auch vor unseren Geschäften nicht halt macht. Obwohl sich schon wieder eine gewisse Hinwendung des Kunden zu guter Qualität zu guten Preis zeigt, müssen wir den Verbraucher in Zukunft weiter unter dem wachsenden Einfluss des E-Commerce auf allen Absatzkanälen darauf hinweisen, dass ein gutes Sortiment, eine gute persönliche Beratung in einem ansprechenden Geschäftsambiente in guter Lauflage und ein ausgefeilter After Sales Service nicht vom ständigen Rabattgeben bezahlt werden kann.

Dabei müssen wir uns einmal mehr denn je beim Bewerten des Messeangebots und beim dann folgenden Einkauf von der liebgewordenen Formel verabschieden, dass mehr Warenabsatz und mehr Umsatz automatisch mehr Gewinn zur Folge hat.

Wir achten deshalb als Fachhandel weiter sehr darauf, mit welchen Marken und zu welchen Konditionen wir Geschäfte machen.

Als europäischer und deutscher Sportfachhandel freuen wir uns im Olympiajahr und dem Jahr der Fußball WM darüber, dass die von uns geschaffene Weltmesse ISPO, wie jedes Jahr auch 2014, in ihrem Angebot unseren traditionellen Informations- und Einkaufs-Optimismus teilt. Trotz der weiter schwierigen ökonomischen Rahmenbedingungen, welche die Wirtschafts-Entwicklung der EU weiter bestimmen werden.

Die ISPO MUNICH ist und bleibt die weltweit größte und beste Sportmesse sowie die weltgrößte multimediale Informationsplattform für den internationalen Sportfachhandel und die internationale Sportartikelindustrie. Ihr Besuch ist deshalb ein Muss für jeden Sportfachhändler!

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