29.07.2013: Ein Verband schreibt europĂ€ische Branchengeschichte – 50 Jahre Fedas

Jahresbericht 2012/13 von Fedas-PrÀsident Werner Haizmann bei der Generalversammlung vom 10.-12 Juni 2013 in Bern

Bern – „Die Fedas ist seit 50 Jahren der Interessenverband des europĂ€ischen Sportfachhandels. Der Verbandsname ist dabei zu einem eigenen Markenzeichen in der internationalen Sportartikelbranche geworden. Deshalb trĂ€gt der europĂ€ische WarengruppenschlĂŒssel fĂŒr die Sportbranche auch werbewirksam diesen Namen.“ So erinnerte Fedas-PrĂ€sident Werner Haizmann in der Generalversammlung des europĂ€ischen Spitzenverbands, die vom 10. bis 12. Juni in der Schweizer Bundeshauptstadt Bern stattgefunden hat, an den 50. Geburtstag der Organisation, die im Lauf ihrer Geschichte maßgeblich am Zustandekommen und am Erfolg der großen Verbundorganisationen wie Intersport International oder Sport 2000 International mit beteiligt war. Im Beisein von GeneralsekretĂ€r Claude Benoit und EhrenprĂ€sident Adriano Testa erinnerte Werner Haizmann seine Kollegen an das JubilĂ€um des Verbands und an die Bedeutung der Fedas von Beginn bis heute als Partner der europĂ€ischen Sportartikelindustrie und als Partner der Weltmesse der Sports der ispo in MĂŒnchen.

Werner Haizmann gab dazu in seinem Bericht zum 50-Jahre-JubilĂ€um auch einen kleinen geschichtlichen RĂŒckblick auf die Arbeit der Fedas:

Beginn geschichtlicher RĂŒckblick
„Im Juni vor 50 Jahren haben wir unseren Verband in Wiesbaden aus der Taufe gehoben. Zuvor war er wĂ€hrend der Internationalen Sportartikelmesse 1963 in Wiesbaden gegrĂŒndet worden. In einer ersten Delegiertenversammlung am 29. Oktober 1963 in Paris wurde dann offiziell eine Periode beendet, die 1957 mit der GrĂŒndung einer losen europĂ€ischen Arbeitsgemeinschaft der SporthĂ€ndlerverbĂ€nde aus Belgien, DĂ€nemark, Deutschland, England, Frankreich, Italien, Niederlande, Norwegen, Schweden und der Schweiz begonnen hatte.

Interessant dabei fĂŒr den weiteren Verlauf der Fedas und Branchengeschichte: Am 14. Oktober 1963 beschloss die Generalversammlung der Einkaufsgenossenschaft Sport eGmbH Egespo in Heilbronn, sich mit sofortiger Wirkung folgendermaßen umzubenennen: Deutsche Intersport eGmbh – Einkaufsgenossenschaft Sport (Egespo) mit der Hausanschrift Heilbronn Gymnasiumsstrasse 74. Gleichzeitig feierte unser VDS-Mitglied Hans MĂŒnzinger in seinem GeschĂ€ft im MĂŒnchner Rathaus das 50-jĂ€hrige Bestehen seines Hauses. Bei Sport Entress in Stuttgart prĂ€sentierte Seniorchef Walter ThomĂ€ zusammen mit seinen Kindern Lore und Kurt sein neues und sehr modernes sechs Stockwerke hohes GeschĂ€ft in der Königstrasse.

In der Fedas, die ihren Verbandssitz in Genf in der Schweiz hatte, waren 1963 6000 SportfachgeschĂ€fte aus zehn LĂ€ndern zusammengeschlossen. Sie waren entschlossen ‚ihre gemeinsamen Interessen im integrierten europĂ€ischen Wirtschaftsraum noch besser als bisher zu vertreten‘. In das vierköpfige PrĂ€sidium berief man die Vorsitzenden der VerbĂ€nde der Schweiz, Deutschlands, Frankreichs und der Niederlande. Zum PrĂ€sidenten gewĂ€hlt wurde der Vorsitzende des Schweizer Verbandes Asmas, Raymond Och aus ZĂŒrich, und zum ersten GeneralsekretĂ€r der Fedas der Genfer Jurist und Syndikusanwalt Walter Lanz. VizeprĂ€sident war Hans Schaefer aus Wiesbaden vom VDS in Deutschland, und Vorstandsmitglieder waren Louis Noirtin, Frankreich, und Joos Kroskinski aus den Niederlanden.

In der Generalversammlung am 29. Oktober 1963 in Paris erörterte man laut Protokoll ‚einige Probleme von allgemeiner Tragweite innerhalb der Branche, darunter im besonderen die fĂŒr das Weiterbestehen eines gesunden Sportartikelhandels erforderlichen Maßnahmen. Auch wurde die bereits vorgĂ€ngig angestrebte(und inzwischen erfolgte) FĂŒhlungsnahme mit der Vereinigung der europĂ€ischen Sportartikelindustrie einstimmig begrĂŒĂŸt‘.

In einer Pressemeldung hieß es damals ‚Es darf bereits heute verraten werden, dass sich die Delegationen der Fabrikanten und der HĂ€ndlerschaft am 4. November in Köln getroffen haben. Die ĂŒberaus positiv verlaufene Sitzung sowie die Tatsache, dass von beiden Seiten der Wunsch nach regelmĂ€ĂŸigen gemeinsamen Sitzungen ausgesprochen wurde, können wohl als wichtige Zeichen einer erfreulichen Zusammenarbeit auf europĂ€ischer Ebene im Geiste gegenseitigen VerstĂ€ndnisses gedeutet werden‘.

Im Protokoll der November-Sitzung heißt es dazu: ‚Am 4. November um 15 Uhr begrĂŒĂŸten sich in einem Sitzungszimmer der Kölner Messe die Delegierten von je fĂŒnf Industrie- und HĂ€ndlerverbĂ€nden Europas. Darunter befanden sich Dr. Albrecht Strohmeyer und Raymond Och als die amtierenden PrĂ€sidenten der EuropĂ€ischen Vereinigungen der Hersteller- und HĂ€ndlerorganisationen. Zweieinhalb Stunden wurden ĂŒber folgende Tagesordnung beraten: Koordinierung der Daten der europĂ€ischen Fachmessen der Branche; Lieferung von Markenartikeln an DiscounthĂ€user, VersandhĂ€user und Cash- und Carry-Unternehmen; Lieferung von Markenartikeln an Sportclubs, Werkhandel, Gesellschaften und öffentliche Verwaltungen; an Außenseiter, welche die vorgeschriebenen Preise unterbieten; Unterschiedliche Handelsspannen fĂŒr die gleichen Markenartikel, je nach den LĂ€ndern.

Zu allen vier Punkten, die fĂŒr jeden Branchenangehörigen wichtig sind, wurden bereits BeschlĂŒsse gefasst, die nicht nur eine gesunde Basis fĂŒr eine weitere gedeihliche Zusammenarbeit darstellen, sondern auch geeignet sind, die behandelten Probleme, die in allen europĂ€ischen LĂ€ndern auftauchen, zufriedenstellend zu klĂ€ren. Erfreulich war auch die feststellbare EinmĂŒtigkeit in den verschiedenen Fragen.

Die Versammlung hat ferner die Notwendigkeit derartiger direkter FĂŒhlungsnahmen zwischen den beiden europĂ€ischen Vereinigungen anerkannt und einstimmig die EinfĂŒhrung von solchen periodischen ZusammenkĂŒnften beschlossen. Sie sollen grundsĂ€tzlich zweimal im Jahr gelegentlich zweier großer europĂ€ischer Fachmessen stattfinden. Die nĂ€chste Sitzung ist im April 1964 anlĂ€sslich der Wiesbadener Sportartikelmesse, wenn möglich am Abend des ersten Messetages vorgesehen‘.

In einer weiteren Meldung zum Thema Zusammenarbeit Fedas-FESI heißt es unter anderem: ‚Die beiden französischen Vertreter im europĂ€ischen Verband der Sportartikelindustrie begrĂŒĂŸen zwar eine derartige Zusammenarbeit mit den SportartikelhĂ€ndlern grundsĂ€tzlich, meinen jedoch, dass eine Zusammenarbeit zunĂ€chst auf nationaler Ebene verstĂ€rkt werden soll.‘

Im gleichen Jahr der Fedas-GrĂŒndung schreibt der deutsche Verband VDS an den österreichischen Kollegenverband VSSÖ, der damals der Fedas noch nicht angehört, unter dem Datum vom 3. September 1963: ‚Wir möchten Ihnen heute von VorgĂ€ngen aus dem Grenzgebiet Deutschland-Österreich Kenntnis geben, die sich auf das Rabattwesen in diesen Gegenden beziehen. Von verschiedenen Mitgliedsfirmen aus Regensburg, Passau und NĂŒrnberg sind uns Beschwerden zugegangen, dass seitens des österreichischen Fachhandels in den Grenzgebieten Lockangebote (20 Prozent Rabatt) unterbreitet werden, mit der Absicht, deutsche Wintersportler ĂŒber die Grenze zum Kauf zu animieren. Seitens der deutschen SportfachgeschĂ€fte in diesen Gebieten ist man dazu ĂŒbergegangen, ebenfalls mit gleicher Methode in den österreichischen Grenzgebieten zu werben, und wir sind der Ansicht, dass durch diesen ruinösen Preiswettkampf beiden Seiten ein schlechter Dienst erwiesen wird; denn letzten Endes zehren derartige PreiswettkĂ€mpfe die Gewinnspannen auf und gefĂ€hrden unter UmstĂ€nden sogar die Existenz. Wir möchten sie daher heute bitten, ihre Mitgliedsfirmen vom Handel, inklusive Großhandel, entsprechend zu unterrichten und aufzufordern, derartige Praktiken zu unterlassen, das Gleiche werden wir unseren Mitgliedern empfehlen.‘

Nach der GrĂŒndung der Fedas im Jahr 1963 formulierte Walter Lanz den ersten Neujahrsgruß fĂŒr 1964 so:

‚Den Herstellern, Grossisten und EinzelhĂ€ndlern von Sport- und Campingartikeln in Europa, sowie deren LandesverbĂ€nden, entbietet die EuropĂ€ische Vereinigung der SporthĂ€ndlerverbĂ€nde ihre aufrichtigen WĂŒnsche fĂŒr ein gutes und erfolgreiches neues Jahr, gekennzeichnet durch gegenseitige AnnĂ€herung und vertrauensvolles Mitwirken am gemeinsamen Ziel: der weiteren Erstarkung unserer schönen und ausbaufĂ€higen Branche.‘

1964 beschĂ€ftigte sich im Rahmen der Zusammenarbeit zwischen Fedas und FESI auch der Syndikus des BSI, Dr. Otto Prasse, mit gemeinsam interessierenden Fragen. Unter anderem mit Folgendem: Die Kultusministerien der LĂ€nder sollten und mĂŒssten sich wesentlich intensiver dafĂŒr einsetzen, dass die Jugend in- und außerhalb der Schulen hĂ€ufiger die Möglichkeit erhĂ€lt, sich sportlich zu betĂ€tigen; dies auch deshalb, um bei der Musterung zur Bundeswehr einen besser durchtrainierten Eindruck zu machen. Es ist doch ein Ding der Unmöglichkeit, dass ein großer Prozentsatz der jugendlichen Musterungspflichtigen wegen mangelnder sportlicher BetĂ€tigung im Entwicklungsalter als bedingt, minder- oder untauglich registriert werden muss. Deshalb sollte diese Frage vom Bundesverband der Sportartikelindustrie zusammen mit den SportverbĂ€nden sofort aufgegriffen und bei den LĂ€nderministerien und dem Bundesinnenministerium beziehungsweise Gesundheitsministerium vorgetragen werden. Diese Anregung kam aus dem Kreis unserer Mitglieder und beinhaltete darĂŒber hinaus den Vorschlag, dass sich nicht nur die Jugend, sondern auch die Ă€lteren JahrgĂ€nge der Bevölkerung sportlich betĂ€tigen sollten. Dadurch wĂŒrde auch ein Anreiz zum vermehrten Gebrauch von SportgerĂ€ten gegeben sein.

Dazu beschreibt Prasse aus der Sicht der Industrie die Wettbewerbslage in Deutschland und auch in Europa als ‚erbarmungslos‘. Allerdings setze dabei die Industrie ihren Höhenflug fort, weil der Fachhandel der Sportbranche sein Sortiment in den vergangenen Jahren verbreitert habe und auch mehr Textilartikel aufgenommen hat.

Und er fĂŒgt an, was er beim gemeinsamen Meeting von Fedas und FESI so vorgetragen hat: ‚Alle Maßnahmen der deutschen Wirtschaftspolitik mĂŒssen darauf ausgerichtet bleiben, die ExportfĂ€higkeit zu erhalten und weiter auszubauen. Das darf jedoch nicht bedeuten, dass wir mehr exportieren als wir im Inland schaffen können, weil sonst der Geldbeutel der deutschen Bevölkerung zu groß und die zum Verkauf stehende Produktion zu gering sein kann, so dass die inflationĂ€ren Diskussionen neue Nahrung erhalten. Andererseits muss es die Aufgabe der von Geldwertverschlechterung bedrohten LĂ€nder bleiben, ihrerseits fĂŒr stabile WĂ€hrungsverhĂ€ltnisse zu sorgen, da andernfalls das ganze System der internationalen KonvertibilitĂ€t erschĂŒttert werden könnte.‘

Zu der europĂ€ischen Zusammenarbeit fĂŒgt Prasse an: ‚Derartige Delegiertentreffen auf höchster Ebene sind sowohl fĂŒr jeden Sitzungsteilnehmer als auch fĂŒr die von ihm vertretenen Organisationen ein Gewinn; denn das Hervorstechendste bei diesen ĂŒbrigens immer recht gut besuchten gemeinsamen Aussprachen ist der Wille, international und natĂŒrlich auch national zwischen Sportartikelindustrie und Sportartikelhandel eine BrĂŒcke zu schlagen, um das GeschĂ€ftsleben noch flĂŒssiger und intensiver zu gestalten. Als ein wesentlicher Punkt der letzten gemeinsamen Besprechungen stand die Frage der Zahlungs- und Lieferungsbedingungen auf der Tagesordnung. Ferner wurde die Entwicklung der Handelsspannen in den einzelnen LĂ€ndern beleuchtet. Dies sind Probleme, die uns alle im Rahmen der beiden europĂ€ischen ZusammenschlĂŒsse von Industrie und Handel brennend interessieren und deren Lösung wir nicht nur erörtern, sondern zu erreichen versuchen sollten. Zumindest sollte eine Angleich versucht werden. Dabei ist man sich auf beiden Seiten völlig darĂŒber im Klaren, dass derartige Dinge nicht von heute auf morgen auf einen vernĂŒnftigen Nenner gebraucht werden können. Es sollte aber auch nicht so langsam wie in den meisten EWG-Kommissionen zugehen.‘

Walter Lanz berichtet im Dezember 1964 als Fedas-GeneralsekretĂ€r unter der Überschrift ‚Handel und Industrie auf Europabasis Hand in Hand‘ ĂŒber die dritte gemeinsame Sitzung zwischen Fedas und FESI in Köln. Er merkt unter anderem an: ‚Auf dem Gebiet der SortimentsbeschrĂ€nkung konnten frĂŒhere MissverstĂ€ndnisse behoben werden. Man gelangte gemeinsam zur Auffassung, dass eine Normalisierung der Typen von SportgerĂ€ten und anderen Artikeln auf gewissen Gebieten zwar erwĂŒnscht sei, jedoch nicht immer zwangslĂ€ufig zur Verminderung der Anzahl von Modellen fĂŒhren mĂŒsse. Andererseits schaden zu viele, rasch nacheinander auf den Markt geworfene Modelle des gleichen Fabrikanten dem Einzelhandel und auch dem Hersteller, besonders wenn nicht die Machart, die QualitĂ€t und Dienstleistung, sondern nur die Ă€ußerliche Aufmachung verĂ€ndert wird. Desgleichen wurde anerkannt, dass dem Fachhandel trotz Normung und Verminderung der Modellanzahl besondere Modelle vorbehalten werden mĂŒssten.

Eine engere Zusammenarbeit zwischen Handel und Industrie wurde grundsĂ€tzlich ins Auge gefasst; jede Vereinigung wird an der nĂ€chsten gemeinsamen Tagung praktische Anregungen ĂŒber Gebiete einer zukĂŒnftigen Normalisierung vorbringen. Übrigens stellt die FESI bereits praktische Vorarbeiten auf dem Gebiet des Eishockey-Outfits in Aussicht.

Bei dem wichtigsten und heikelsten Thema, nĂ€mlich der Lieferung von Markenartikeln an Preisschleuderer, trat wiederum eine große Übereinstimmung zu Tage. Die FabrikantenverbĂ€nde hatten schon vorher den Standpunkt des Einzelhandels geteilt, nĂ€mlich dass solche Lieferungen nicht nur dem Einzelhandel, sondern auch den regulĂ€ren Fabrikanten schaden. In Ermangelung jeglicher Befehlsgewalt bei der Industrie steht jedoch bei solchen Lieferungen dem europĂ€ischen Einzelhandel nur das Mittel einer weitgehenden objektiven Information zur VerfĂŒgung. Die europĂ€ische Fabrikantenvereinigung stellt deshalb dem Einzelhandel diesen Informationsweg an alle MitgliedsverbĂ€nde frei; dabei möchten beide Parteien natĂŒrlich vorher positive Lösungen mit den jeweils in Frage kommenden Lieferanten herbeifĂŒhren.

Des weiteren soll gemĂ€ĂŸ einem Antrag des Einzelhandels in Fabrikantenkreisen geklĂ€rt werden, on die an den Fachhandel einerseits, an Rabatt gewĂ€hrende Großverteiler andererseits zu lieferenden Markenartikel nicht in verschiedenartiger Aufmachung, mit anderer Bezeichnung, ausgefĂŒhrt werden könnten.

Auf jeden Fall wird ein von der FESI und der Fedas gemeinsam abgefasstes Rundschreiben sĂ€mtliche Lieferanten- und HandelsverbĂ€nde ĂŒber die im gegenseitigen Einvernehmen festgelegten Ziele und Mittel aufklĂ€ren.

Die auf Grund einer im letzten Jahr von der Fedas durchgefĂŒhrten Umfrage zutage gebrachte Tatsache, dass auf dieselben Markenartikel je nach dem Land Ă€ußerst unterschiedliche Handelsspannen bestehen, veranlasste die HĂ€ndlervereinigung zu einer neuen Umfrage, ĂŒber den Anteil der allgemeinen Unkosten an der Handelsspanne, deren Ergebnisse anlĂ€sslich der nĂ€chsten gemeinsamen Tagung vorgelegt werden soll. Seitens der FESI wurde bereits der Grundsatz bekrĂ€ftigt, dass zu unterschiedliche Handelsspannen nicht nur dem Handel, sondern auch der Industrie eine gewissen Gefahr bereiten könnten.“
Ende geschichtlicher RĂŒckblick

Wie viele Probleme haben wir in 50 Jahren gemeinsam gelöst?

Nach diesem Einblick in die ersten beiden GrĂŒndungsjahre der Fedas beschĂ€ftigte sich PrĂ€sident Werner Haizmann in seinem Jahresbericht in Bern mit den aktuellen Fragen, die die Fedas heute beschĂ€ftigen. Dabei bedankte er sich fĂŒr die großartige Arbeit seiner Schweizer Kollegen und bei GeneralsekretĂ€r Claude Benoit, der in den letzten Jahrzehnten zum europĂ€ischen Gesicht und zum Chefdiplomaten des europĂ€ischen Sportfachhandels geworden ist.

Werner Haizmann: „Aus der Vergangenheit zurĂŒck in die Gegenwart – Wie viele Branchenprobleme haben wir in 50 Jahren gemeinsam gelöst? Oder sind viele immer noch vorhanden? Gemeinsame GesprĂ€che mit der Industrie auf Augenhöhe bestimmten die GrĂŒnderjahre und den gemeinsamen Aufbau der großen Verbundgruppen in unserer Branche wie der Intersport und Sport 2000. Sind sie jetzt weniger wichtig oder gĂ€nzlich ĂŒberflĂŒssig oder mĂŒssen neue interaktive GesprĂ€chsformen gefunden werden?

Mit meinem Blick auf die Entstehung unseres europĂ€ischen HĂ€ndlerverbandes und auf das damals vorhandene Branchenumfeld und die mit Beginn der europĂ€ischen Zusammenarbeit verabredete Arbeitsgemeinschaft zwischen Handel und Industrie sage ich in meinem Jahresbericht zum JubilĂ€um heute: Es ist immer noch ein GlĂŒck, dass es die Fedas gibt.

Machen wir uns gemeinsam klar: Ohne die von uns mitgetragene Zusammenarbeit zwischen Industrie und Handel gĂ€be es heute keine Intersport national und international und keine Sport 2000. Es gĂ€be auch keine gemeinsame Messepolitik und damit auch keine Weltmesse des Sports vom Format der ispo. Es gĂ€be keine gemeinsamen Marketingaktionen zwischen Industrie und Handel im heutigen Ausmaß und es gĂ€be auf keinen Fall die Erfolge, die wir alle gemeinsam mit der Industrie bei der Produktentwicklung und bei unserem gemeinsamen Auftritt gegenĂŒber dem Endverbraucher erreicht haben. Und so weiter.

Ich könnte hier noch eine ganze Menge mehr aufzĂ€hlen, mit welchen Mitteln und Methoden wir in 50 Jahren gemeinsam mit unseren Industriepartnern in Europa ein Branchenimage geschaffen haben, das nicht nur Fachmedien begeistert. Wir haben es gemeinsam geschaffen. Das zeigt die Entwicklung der letzten 50 Jahre, auf die wir hier zurĂŒckschauen.

Und an diesem Erfolg ist der Gastgeber unseres JubilĂ€umsmeetings nicht ganz unschuldig. Seit der GrĂŒndung unseres Verbandes ist seine internationale Arbeit von den Erfahrungen und dem sensiblen GespĂŒr Schweizer Sportartikelkaufleute geprĂ€gt, die sich in ihrem Verband Asmas zusammengeschlossen haben. Bis heute erhĂ€lt unsere Fedas wichtige Impulse aus Bern. Wenn man dabei zurĂŒckblickt, muss man sich zunĂ€chst in Dankbarkeit vor den Kollegen verneigen, die die GrĂŒndung des Verbandes erst möglich gemacht haben: Raymond Och vom Schweizer Verband Asmas und einer der Ă€ltesten SportfachhĂ€ndler des Landes, und vor seinem Syndikus Walter Lanz aus Genf. Unser Dank gilt in dieser Tradition aber auch unserem EhrenprĂ€sidenten Adriano Testa, der bis heute aktiv an den Geschicken unserer Fedas mitwirkt und den wir in dieser Generalversammlung in den von ihm selbst gewĂ€hlten Ruhestand verabschieden. Der Dank der Fedas gilt auch wie in jedem Jahr unserem GeneralsekretĂ€r Claude Benoit fĂŒr seine mittlerweile jahrzehntelange GeschĂ€ftsfĂŒhrung unseres Verbandes. Mit ihr hat er unser Ansehen in ganz Europa gemehrt und darĂŒber hinaus auch dafĂŒr gesorgt, dass unser WarengruppenschlĂŒssel als Fedas-WarengruppenschlĂŒssel nach wie vor eines der wichtigen Assets ist, das wir als Verband haben.

Auch in den Jahren 2012 und 2013 hatten wir als Fedas wieder unseren großen Marktauftritt auf unserer einzigen Weltmesse des Sports, der ispo in MĂŒnchen. Dort wartet man wie jedes Jahr auf die europĂ€ischen Marktzahlen und die Trends und Stimmungen im europĂ€ischen Fachhandel, die ich als Fedas-PrĂ€sident bei der traditionellen ispo-Pressekonferenz vorlegen kann. Mit diesem Bericht ĂŒber die Situation in den 28 EU-LĂ€ndern, einem Sportmarkt mit bald 500 Millionen Verbrauchern, sind wir immer Ton angebend. Unsere Zahlen und MarkteinschĂ€tzungen werden nicht nur von der nationalen und internationalen Wirtschaftspresse kommentiert, sondern sie dienen auch den großen europĂ€ischen Verbundgruppe unserer Branche Intersport International und Sport 2000 und ihren lokalen Mitgliedsorganisationen als Benchmark bei der Beurteilung ihrer eigenen lokalen Verkaufserfolge auf den verschiedenen MĂ€rkten.

Die VerlĂ€sslichkeit der europĂ€ischen Handelsaussage, gestĂŒtzt auf die Fedas, war, ist und bleibt ein wichtiges Gegengewicht zur Dominanz der Industrieaussagen zur ispo, die ja aus vielen GrĂŒnden heraus andere Marktaspekte stĂ€rker gewichten. Diese Aussage kann auch in Zukunft weiter getroffen werden, egal, wie sich die LĂ€nder- und Organisationsstruktur der den Verbandsnamen Fedas tragenden VerbĂ€nde in den kommenden Jahren weiter entwickelt.

Im Zuge des schnellen internationalen Daten- und Erfahrungsaustausches ist es einem etablierten Verband mit einem bekannten Markennamen auch in Zukunft immer möglich, verbindliche Aussagen zur Entwicklung des Sportartikelmarktes in Europa zu machen und sie mit dem neutralen Verbandsetikett Fedas öffentlich darzustellen. Damit fördern wir weiterhin die integrative Arbeit unserer wichtigen Mitgliedsorganisationen wie Intersport International und Sport 2000 International am europĂ€ischen Markt. Von unserer Verbandsplattform aus können wir uns ebenso neutral wie kritisch zum FĂŒr und Wider großer einheitlicher monopolartiger Handelsstrukturen vom Kaliber eines Decathlon Ă€ußern. Oder auch zum jĂŒngsten Coup der Übernahme der österreichischen Eybl-Gruppe durch Sport Direct aus England oder zur geplanten Übernahme von Intersport Österreich durch Intersport Deutschland.

Wenn ich als FachhĂ€ndler und als Fedas-PrĂ€sident in meinem Jahresbericht zum 50-jĂ€hrigen Bestehen des Verbandes noch einmal auf das Geschehen am europĂ€ischen Sportartikelmarkt blicke, muss ich feststellen, dass unsere Kunden von heute und morgen andere sein werden als sie bisher waren. Die Grenzen zwischen den einzelnen Einkaufstypen so wie wir sie aus der Vergangenheit kennen verwischen immer mehr. Schaute frĂŒher unser Kunde bevor er in unsere LĂ€den kam auf unsere Websites im Internet, so nutzen heute viele Kunden unsere GeschĂ€fte und ihr Angebot als bloßen Showroom, um dann erst hinterher im Internet ihre Entscheidung zu treffen. NatĂŒrlich nur dann, wenn es uns vorher nicht gelungen ist, den Kunden zu einem Kaufabschluss im GeschĂ€ft zu bringen.

Interessant dabei ist, dass beispielsweise drei Viertel aller Deutschen Kunden einer Versandlandschaft sind, die von Jahr zu Jahr unĂŒbersichtlicher und immer vielschichtiger wird. Nicht nur immer mehr Versender treten auf, auch die Informations- und Bestellmöglichkeiten werden immer vielfĂ€ltiger. Das konnte ich auch diesmal wieder in den FachgesprĂ€chen mit unseren amerikanischen Handelskollegen beim 49. NSGA-Managementmeeting im Mai 2013 in Palms Springs Gardens in Florida erleben und erfahren. Die Grenzen zwischen den einzelnen Versendertypen scheinen zu verwischen. Die Intersport-Gruppe hat ja bereits eine bemerkenswerte e-Commerce-Lösung in Deutschland vorgelegt und auch Sport 2000 arbeitet an eigenen Internetangebotslösungen, verbunden mit der Ausweisung von entsprechenden Factory Outlets, in denen sie dann die Waren verkaufen, die ihre Mitglieder am Ort in der Saison nicht verkaufen konnten. Der Kunde im SportfachgeschĂ€ft von heute nutzt gleichzeitig via Smartphone und Cloud alle Kommunikationswege, die ihm offenstehen: Internet, Katalog, Smartphone, „Brick and Mortar“, Telefon, soziale Netze. Auch hier hat die Fedas die Aufgabe, diese Entwicklung ebenso innovativ wie kritisch zu begleiten. Genauso wie sie mit ihrer Verbandsarbeit auch im Jahr 2012/2013 die ispo begleitet hat und begleitet. Gemeinsam ist es uns wieder gelungen, sie auf der Spitzenposition einer Weltmesse am Markt wirkungsvoll zu unterstĂŒtzen. Auch 2013 wurde wieder eine neue Bestmarke bei Ausstellern und Besuchern erreicht.

Auch im JubilĂ€umsjahr will ich mich aber, wie jedes Jahr vorher, in meinem GeschĂ€ftsbericht offiziell bei meinen Kollegen im PrĂ€sidium und vor allem bei Claude Benoit fĂŒr seine ausgezeichnete Arbeit als unser europĂ€ischer Chefdiplomat bedanken. Er ist nach wie vor der aus reicher eigener Erfahrung in nationaler und internationalen Verbandsarbeit der Mann, der auch die zukĂŒnftige Entwicklung auf dem Arbeitsfeld EuropĂ€ischer Sportfachhandel auf unserem Weg zum 100. Geburtstag unserer Fedas noch hoffentlich recht lange mit begleiten will und kann. Einer Zukunft, ĂŒber die der große französische Schriftsteller Victor Hugo einmal gesagt hat: „Die Zukunft hat viele Namen. FĂŒr die Schwachen ist sie das Unerreichbare. FĂŒr die Furchtsamen ist sie das Unbekannte. FĂŒr die Tapferen ist sie die Chance.“


Bei der Fedas-Generalversammlung in Bern ein RĂŒckblick auf 50 Jahre Verbandsgeschichte.

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