08.10.2009: Mr. Redblue der Intersport tritt ins zweite Glied zurĂŒck - Die deutsche Sportbranche verabschiedete Knut Krumholz in den Ruhestand

Mit einem Golfturnier fĂŒr Familie, Freunde und WeggefĂ€hrten verabschiedete sich der „Mr. Redblue“ der Intersport Deutschland und jahrzehntelange Aufsichtsrat, Vorsitzender des Aufsichtsrats, Chef des Intersport-Hauses Krumholz in Neuwied, Knut Krumholz (67), in den Beirat seines Hauses und damit in den Ruhestand.

Er legte dabei seine unternehmerische Verantwortung in die HĂ€nde seines Sohnes und Nachfolgers Oliver, der zusammen mit seinem Onkel Paul Krumholz und dem bewĂ€hrten Prokuristen Frank Bahr die Verantwortung fĂŒr das Unternehmen trĂ€gt. Intersport Krumholz in Neuwied gehört zu den grĂ¶ĂŸten Mitgliedsfirmen des Verbunds in Deutschland.

Unter dem Motto „TschĂŒss Knut – Niemals geht man so ganz“ hatte Bruder Paul als langjĂ€hriger GeschĂ€ftspartner das festliche Lebewohl im Neuwieder Golfclub gestaltet. Es war eine der bemerkenswerten Veranstaltungen der deutschen Sportartikelbranche in den letzten Jahren.

Als Redner angesagt waren der Vorstandsvorsitzende der DAX notierten adidas Group Herbert Hainer, der Generaldirektor der Intersport International, Franz Julen, der Aufsichtsratsvorsitzende der Intersport Deutschland, Franz-Leo Drucks, und die beiden Intersport-Deutschland-VorstÀnde Klaus Jost und Kim Roether.

Bei der Verabschiedung aktiv mit dabei waren unter anderem auch die weiteren drei Geschwister der BrĂŒder Paul und Knut mit ihren Familien. Unter den GĂ€sten auch einer der Ă€ltesten Freunde und BranchenweggefĂ€hrten von Knut Krumholz, Intersport-Vorstand a.D. Hans-Carl von Schönberg-Pötting.

Alle Redner zeichneten in kleiner oder großer Form das Lebenswerk eines Unternehmers nach, der als eine der Ausnahmegestalten seines Fachs in die große Branchengeschichte eingehen wird. Als ein Mann, der 1972 aus dem kleinen elterlichen SportgeschĂ€ft in Neuwied ein SportgeschĂ€ft der deutschen und internationalen Spitzenklasse formte, an dessen vier Standorten 150 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf ĂŒber 6000 Quadratmeter FlĂ€che markenstarken Erlebniseinkauf bieten, der in QuadratmeterumsĂ€tzen bis zu 5000 Euro gipfelt.

Zu diesem Lebenswerk von Knut Krumholz ließ auch der PrĂ€sident des Verbandes Deutscher Sportfachhandel VDS und PrĂ€sident des europĂ€ischen Fachhandelsverbandes Fedas, Werner Haizmann, durch seinen Pressesprecher die herzlichen RuhestandswĂŒnsche aller Berufskolleginnen und -kollegen ĂŒbermitteln.

Herbert Hainer, der CEO von adidas, eröffnete das große Dankeschön der Branche an Knut Krumholz: „Wir von adidas verneigen uns vor ihrem Lebenswerk und sind stolz darauf, dass wir auf eine jahrzehntelange, enge und erfolgreiche Zusammenarbeit mit ihnen persönlich und ihren SporthĂ€usern zurĂŒck blicken können. Sie haben etwas Wertvolles geschaffen, sie haben Ideen verwirklicht und hinterlassen, die den voll Respekt der Branche haben.“

Herbert Hainer schilderte Paul Krumholz als einen Partner, als einen Unternehmer, der in seinen HĂ€usern stets starke Marken in einer animierenden Einkaufswelt inszenierte. „In der von Ihnen gewohnten schnörkellosen Art zur Sache zu kommen haben Sie Marken und Emotionen verbunden, weil Sport Emotion bedeutet. In Ihren GeschĂ€ften lebt der Sport. Ich betone das, weil Sie immer wieder Neuland betreten haben, um den Sportfachhandel aus dem verstaubten Ambiente einer lustlosen WarenprĂ€sentation heraus zu holen. Im heutigen Marketingvokabular wĂŒrde man sagen, Knut Krumholz ist ein Mann mit der innovativen Konzentration auf das Wesentliche.“

Der Chef des weltweit zweitgrĂ¶ĂŸten Sportartikelkonzerns, der sich am Tisch von Knut Krumholz sichtlich sehr wohl fĂŒhlte, verdeutlichte diesen Satz mit einem Beispiel. „Als ich vor 20 Jahren pflichtgemĂ€ĂŸ als junger adidas-Deutschlandchef beim wichtigen Intersport-Haus Krumholz in Neuwied meinen Antrittsbesuch machte, erklĂ€rte mir Knut Krumholz kurz und bĂŒndig: „Junger Mann, sorgen Sie in Zukunft dafĂŒr, dass bei adidas die kurze Turnhose und die Adilette jederzeit am Lager sind. Mit dieser Bemerkung sind Sie der Erfinder des Never Out of Stock Programms des Hauses adidas. Wer beim Abschied aus dem operativen GeschĂ€ft seinem Sohn und seinem Bruder ein solches VermĂ€chtnis hinterlĂ€sst, wie Sie es hinterlassen, kann mit Recht darauf stolz sein, weil Ihre Ideen in der Intersport Krumholz GmbH weiter wirken.“

Der operative Chef des weltweiten Intersport-Verbundes, Franz Julen, nutzte den Umstieg des Unternehmers Krumholz in den Beirat, um sein Lebenswerk in sieben Punkten als typisches Beispiel fĂŒr alle weltweit erfolgreichen Intersport-HĂ€ndler zu charakterisieren.

„Knut Krumholz war und ist ein Vollblutunternehmer, der stets mit kalkuliertem Risiko arbeitet und der weiß, dass er zuerst Geld verdienen muss, bevor er es ausgeben kann.

Knut Krumholz hat die wichtige AffinitÀt zum Sport. Skifahren, Wandern, Golf, Tennis und vieles mehr gehören zum aktiven Lebens- und Erlebnisstil des Unternehmers, der mit und vom Sport lebt.

Knut Krumholz weiß: Retail ist Detail. DafĂŒr hat er jahrzehntelang immer wieder bei seinem Rundgang durch das Unternehmen die Beispiele gesetzt, die so wichtig ist. Er war und ist dort immer der Mann, der alles weiß.

Knut Krumholz hat immer die NĂ€he zum Konsumenten gesucht und in allen seinen GeschĂ€ften praktiziert. Man spĂŒrt im Haus Krumholz, dass der Kunde, als Gast des Hauses, der König ist.

Knut Krumholz war immer ein Mann, dem die Schulung seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein Herzensanliegen war. Gut ausgebildete Mitarbeiter sind das Kapital des Unternehmens. Dies galt auch fĂŒr das Training seines eigenen Sohnes und nunmehrigen Nachfolgers Oliver.

Knut Krumholz war und ist ein Intersport-HĂ€ndler, der flexibel, effizient und schnell handelt und der beileibe auch nicht alles mitmacht, was man in der Zentrale von ihm will, der aber weiß, dass der Intersport-Verbund und seine Leistungen fĂŒr jeden SportfachhĂ€ndler weltweit unverzichtbar fĂŒr den Unternehmenserfolg sind.

Knut Krumholz hat eine gute Nachfolgeregelung getroffen, so wie sie jeder erfolgreiche Intersport-HĂ€ndler treffen muss. Bei seinem Bruder Paul und bei seinem Sohn Oliver, der jetzt in der Verantwortung wĂ€chst, ist das Haus in guten HĂ€nden.“

Alle guten Intersport-HĂ€ndler sind, so Franz Julen, immer Motoren der ganzen Bewegung und wissen, dass die Arbeit in und fĂŒr eine Verbundgruppe immer ein Geben und Nehmen ist.

Knut Krumholz war 32 Jahre im Aufsichtsrat der Intersport Deutschland. Wenn man 20 Tage pro Jahr fĂŒr diese TĂ€tigkeit ansetzt, dann habe er insgesamt zwei Jahre ausschließlich fĂŒr die Intersport gearbeitet.

Bei seiner Arbeit fĂŒr die IIC hat er die Sache der Intersport Deutschland energisch, aber in der Sache auch immer konsensfĂ€hig vertreten. „In einer der denkwĂŒrdigsten Generalversammlungen bei der IIC am 11. Mai 2001, wo es um die langfristigen Festlegungen der Arbeit der IIC ging, konnte ich mich felsenfest auf die Intersport Deutschland und hier auf Knut Krumholz und Hans-Carl von Schönberg-Pötting verlassen.“

Intersport-Aufsichtsratsvorsitzender Franz-Leo Drucks schilderte, unterlegt mit gemeinsamen Erlebnissen, die Zusammenarbeit mit dem Unternehmerkollegen, mit dem Aufsichtsratskollegen mit dem Vorsitzenden des Aufsichtsrats und mit dem Freund. Man habe gemeinsam sehr viel fĂŒr den gemeinsamen Erfolg der Intersport als Organisation und der Mitglieder vor Ort erreicht. Das habe sich besonders bei der Berufung seines Freundes aus Kaufhof-Tagen, Hans-Carl von Schönberg-Pötting, in den Intersport-Vorstand ebenso gezeigt wie bei der Berufung von Vorstand Klaus Jost. Hier habe Knut Krumholz auch gleichzeitig eines seiner Herzensanliegen verwirklicht: den gemeinsamen Einkauf aller Intersport-Mitglieder in Heilbronn und den damit verbundenen Messebau des Redblue. Als Förderer dieser wegweisenden Entscheidung ist er deshalb sicher bei vielen Kollegen zu Recht auch als Mr. Redblue in Erinnerung. „Unser wöchentliches Telefonat, meistens am Sonntag, war ein Kommunikationsmittel von außerordentlichem Charme und ein wichtiges Instrument zur Begleitung des Intersport-Vorstands und -Managements durch einen aktiven und auf Augenhöhe agierenden Aufsichtsrat.“

Vorstand Klaus Jost erinnerte sich bei seiner Laudatio daran, wie er als 22-jĂ€hriger Sportartikelkaufmann im Jahr 1983 zu Beginn seiner Karriere Knut Krumholz als kaufmĂ€nnisches und menschliches Vorbild kennen und schĂ€tzen gelernt habe. Er war damals schon immer ein Fels in der Brandung und ein Entscheider von Format. Er wusste als Intersportler und als Aufsichtsrat dabei immer, die richtigen Ziele zu setzen. FĂŒr sein wachsendes Unternehmen und fĂŒr die gleichermaßen wachsende Intersport. Deshalb spielten bei den Sitzungen des Aufsichtsrats, bei denen er dabei war, die zu erreichenden Ziele immer eine herausragende Rolle. Nicht umsonst hat Knut Krumholz bis heute allein zwei Millionen Paar Sportschuhe verkauft. Alle zentralreguliert.

„Ich kann ihm heute versichern, dass er mit seiner Einstellung zum Beruf und zur Intersport als Verbundgruppe mein Leben und das noch vieler anderer hier entscheidend mitgeprĂ€gt hat. Nachdem mein Sohn David als SportfachhĂ€ndler ebenfalls im Haus Krumholz Branchenerfahrungen sammeln konnte, sind heute sozusagen Vater und Sohn gemeinsam dankbar, wenn wir Knut Krumholz alles Gute fĂŒr den weiteren Lebensweg wĂŒnschen.

Vorstand Klaus Jost und Vorstand Kim Roether ĂŒberreichten dann den zum ersten Mal von der Intersport Deutschland vergebenen Intersport Lifetime Award fĂŒr eine herausragende Lebensleitung im Dienst in und fĂŒr die Intersport.

Als Zugabe wurde Knut Krumholz dann ebenfalls als Vorsitzender in den neuen McKinley-MillionĂ€rsclub aufgenommen. Er steht in Zukunft allen Mitgliedern offen, die pro Jahr fĂŒr mehr als eine Million Euro McKinley Produkte verkaufen.

„Die 38 Jahre, die hinter mir liegen, waren gut zu mir“, bedankte sich der neue Branchenhero bei allen Gratulanten, zu allererst bei seiner Frau Katrin, seinen Kindern Oliver und Anne, bei seinem Bruder Paul, bei seinen weiteren Geschwistern Klaus, Ingeborg und Ursula, beim langjĂ€hrigen Prokuristen Frank Bahr und bei Marianne Nied, einer Mitarbeiterin, die schon im Laden der Mutter Krumholz vor 50 Jahren mitgearbeitet hat und dann bei allen Freunden, der Intersport und der ganzen Sportartikelbranche.

Seinen Weg in den Ruhestand kleidete er zum Schluss in diese Metapher: „Das ist das Ende, sagt die Raupe. Das ist der Anfang, sagt der Schmetterling. Ich möchte jetzt Schmetterling sein.“


Knut Krumholz und seine Frau Katrin im Kreise der engen WeggefÀhrten.





Die „Krumhölzer“ von links: Oliver, Knut und Paul.





Die Geschwister von Knut Krumholz wĂŒnschten ihm mit einem elektronischen Heimtrainer fĂŒr die kommenden Beiratssitzungen.





FĂŒr seine Lebensleistung als Intersport-Unternehmer wurde ihm von seiner Verbundgruppe der Intersport Lifetime Award verliehen, der gleichzeitig zum ersten Mal vergeben wurde. Von links: Vorstand Kim Roether, Knut Krumholz, Vorstand Klaus Jost.





Ebenfalls zum ersten Mal vergeben: das Eintritts-T-Shirt in den neuen McKinley-MillionÀrsclub.




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