27.03.2008: Kommentar zur Aussetzung der ispo Sommer 2008 von vds- und Fedas-Präsident Werner Haizmann: Die Branche braucht weiterhin eine Messeplattform Sommer

„Jetzt ist sie weg, und wir sind allein allein“, überschreibt Sport + Mode den Kommentar zur Aussetzung der ispo Sommer 2008. Zusammen mit den internationalen Verbundgruppen der Branche, Intersport und Sport 2000, bedauert auch der vds die Entscheidung der Messe München, die ispo Sommer 2008 auszusetzen. Diese Entscheidung veranlasst den Satz der Kommentatorin Katrin Abler zu Recht. Auch deshalb, weil der Wunsch nach einer Informationsmesse im Sommer vom Stil der traditionellen ispo weiterhin in allen Kommentaren der Branche zur Münchner Messeentscheidung vorhanden ist.

Das war für den vds der wichtige Grund, im November 2007 alle Fachverbände von Handel und Industrie zu einer gemeinsamen Aktion zur Erhaltung und Stärkung der ispo Sommer einzuladen.

Grundlage dieses Treffens war die unbestreitbare Tatsache, dass sich in den letzten Jahren immer mehr Industriepartner der Branche aus den unterschiedlichsten Gründen von der gemeinsamen Messeplattform ispo Sommer zurückgezogen hätten. Grundlage dieses Treffens war aber gleichzeitig auch der Wunsch der Verbundgruppen des Handels, mit der ispo Sommer eine internationale Informationsplattform vor den eigenen Einkaufstagen zu haben.

Dabei war allen Beteiligten klar, dass die Messe München mit der ispo immer nur Dienstleister der Branche ist, wie es Tobias Gröber, der für die ispo verantwortliche Manager der Messe München, formuliert. Daraus leitet er auch seine weitere Feststellung ab, wenn er meint: „Wenn die Branche nicht zur ispo steht, sprich ausstellt, rentiert sich diese Messe nicht mehr für uns.“

Obwohl die Messe München mit Beginn des Jahres 2008 in Susanne Fischer eine erfahrene und in der Branche sehr bekannte Fachfrau zur Leiterin des Bereichs Marketing und Kommunikation berufen hat, reichte der dabei von der Messe offensichtlich aus organisatorischen Gründen gesteckte Zeitrahmen für die Entscheidung der Unternehmen, sich erneut an der ispo Sommer 2008 zu beteiligen, nicht aus. Diese Erfahrung musste auch der vds bei seinen Gesprächen mit den einschlägigen Marktpartnern aus der Sportartikelindustrie machen.

Gerade für die mittleren und kleinen Unternehmen der Branche, die auf der ispo immer die Vielfalt des Markenangebots der Sportbranche bei Hartwaren und Sportmode repräsentiert haben, stellte sich inmitten einer schlecht laufenden Absatz- und Planungsphase der Zeitrahmen für ein erneuertes Bekenntnis zur ispo Sommer als eindeutig zu kurz heraus.

Zusammen mit der ispo und den Verbundgruppen der Branche fanden dann während der boomenden ispo Winter 2008 weitere entscheidende Gespräche mit den großen Branchen Communities Tennis und Running statt.

Während sich die Running Community für eine Kooperation mit der Messe München entschieden hat, konnte kein neuer Ausstellungskonsens mit der Tennis Community erreicht werden.

Für den vds war dieses Ergebnis ebenso ernüchternd wie für die Verbundgruppen. Trotzdem hoffte der Verband bis zur endgültigen Aussetzung der ispo Sommer 2008 auf eine Fortführung der bewährten Messeveranstaltung, wenn auch in einem sehr bescheidenen Rahmen.

Dabei war der vds davon überzeugt, dass es vor allem dem BSI gelingen könnte, einzelne Branchenfachgruppen in seinem Organisationsbereich für eine weitere Teilnahme an der ispo in München zu motivieren. Auch diese Hoffnung hat sich offensichtlich zu dem von der Messe München gesetzten Zeitpunkt nicht erfüllt.

Der vds wird in Zukunft mit seiner Überzeugung, dass die Branche weiterhin eine Sommer-Messe braucht, leben müssen. Man braucht sie, um einer weiteren Zersplitterung der Angebote und Segmente auf dem Markt mit den damit verbunden höheren Informationskosten und dem steigenden Aufwand zur Beschaffung dieser Informationen vorzubeugen beziehungsweise in engen Grenzen zu halten.

Der vds wird in Zukunft auch damit leben müssen, dass der bewährte Markenname ispo Sommer bis auf weiteres am Markt ausgesetzt und damit auch aus der öffentlichen Meinung verschwunden ist, bis sich die Industrie hoffentlich eindeutiger als jetzt für eine Fortsetzung dieser nach wie vor wichtigen Sommermesse entscheidet.

Dabei wird der vds weiterhin alles dafür tun, eine solche Sommer-Messe, die die beiden größten Verbundgruppen der Branche nach wie vor fordern, zu unterstützen und sich auch an dementsprechenden weiteren Gesprächsrunden der Branche auf der im November installierten Kooperationsbasis Industrie und Handel beteiligen.

Für den vds ist es im Licht der eindeutigen Entscheidung der Messe München aber selbstverständlich, die neue Running Order Show im MOC ebenso zu unterstützen wie die Sports Source Europe.

Dabei begrüßt der vds ausdrücklich die von MMG-Chef Manfred Wutzlhofer für 2009 in die Wege geleitete Schaffung einer eigenständigen Plattform für das Wachstumssegment sportinspirierter Lifestyle und die von ihm verantworteten neuen Kooperationen auf internationaler Ebene, vor allem die auf der ispo China Winter 2008 bekannt gegebene Kooperation mit dem größten nordamerikanischen Sportmessenanbieter Nielsen Business Media.

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