24.01.2008: In Europa blieb der Umsatz des Sportfachhandels 2007 mit rund 37 Milliarden Euro stabil – In Deutschland sank er von 7,1 Milliarden auf 6,9 Milliarden

Nach einem schneearmen und daher umsatzschwachen Januar und Februar 2007 und den negativen Folgen der Mehrwertsteuererhöhung startete der mittelständische Sportfachhandel eine beispiellose Aufholjagd im 2. Halbjahr

Statement zur ispo Winter 2008 von vds- und Fedas-Präsident Werner Haizmann

Die Situation im deutschen und europäischen Sportfachhandel ist nach wie vor durch unvorhersagbare und unvorhersehbare Wettersituationen, immer kürzere Lebenszyklen der Produkte, durch ein sich immer rascher änderndes Verbraucherverhalten und durch ständigen Kosten- und Preisdruck geprägt.

Wir deutsche und europäische Sportfachhändler blicken aber nach vorne und prüfen aus positiver Grundstimmung heraus das umfassende Angebot unserer einzigen Weltmesse, der ispo Winter. Es zeigt deutlich, dass mehr als 50 Prozent der Sportfachhändler zwar immer noch ein Winter orientiertes Angebot bereithalten. Wir Sporthändler entwickeln uns aber eindeutig in den letzten Jahren weg von reinen Wintersportanbietern hin zu Wettersportanbietern. Wir präsentieren unseren Kunden umfassende Sortimente für alle Wetterlagen, von kalt bis heiß, von trocken bis regenreich. Die ispo zeigt sie in ihren Outdoor-Hallen. Dort finden wir neben Wintersport auch ein sportives Ganzjahresangebot in Textilen und bei Hartwaren.

Seit Jahren meistern wir mittelständische Sportfachhändler schwierige Marktbedingungen. Im vergangenen Jahr verschärften sie sich noch durch die Erhöhung der deutschen Mehrwertsteuer von 16 auf 19 Prozent. Deshalb konzentrieren wir uns auf unsere Stärke, die wir mit Beratung und Service in unseren lokalen Märkten haben und die uns stark von anderen Anbietern unterscheidet.

Dazu kommt, dass die meisten von uns deutschen Sportfachhändlern, wie in Europa auch, in den großen internationalen Einkaufskooperationen und Marketingverbünden wie Intersport oder Sport 2000 organisiert sind. Im Verbund mit anderen Kollegen wenden sie dort ihre vielfältigen Marketingmethoden erfolgreich an. Damit erzielen sie als inhabergeführte Fachgeschäfte weitere Pluspunkte am Markt, wie absolute Marktnähe, zielgruppenorientierte Ausrichtung der Sortimente bei konsequenter Fachberatung und entsprechendem Service.

Dieser Service ist vor allem im Winter unter dem Thema Sicherheit im Skilauf umfassend gefordert und nötig. Zusammen mit dem Deutschen Skiverband und den Verbundgruppen Intersport und Sport 2000 hat der Verband Deutscher Sportfachhandel bereits bei Saisonauftakt im Oktober diesem Thema durch gemeinsame Aktionen aller Sportfachhändler am Point of Sale einen hohen Stellenwert verschafft. Dazu gehört auch das Angebot einer entsprechenden Skiversicherung, die der vds seit vielen Jahren zusammen mit dem DSV den Kunden in seinen Geschäften anbietet und das von der Wintersportgemeinde sehr gut angenommen wird. Auch dieses Arrangement zwischen vds und DSV dient der Verbesserung der aktiven Sicherheit im Wintersport. Deshalb freuen wir uns als vds und als Fedas, dass unsere internationale Fachmesse ispo Winter diesem wichtigen Aspekt Sicherheit im Wintersport mit ihrem Neuheitenangebot wie immer voll Rechnung trägt.

Blicken wir als Verband auf die Umsätze unserer Mitglieder im Jahr 2007, soweit sie uns schon vorliegen, war das Umsatzjahr vom Wetter her zunächst zweigeteilt. Durch die ungewöhnlich warmen Monate von Januar bis April blieb unser Umsatz in Deutschland unter unseren Erwartungen. Erst danach konnten wir mit unseren Geschäften zu einer beispiellosen Aufholjagd starten, die uns in der zweiten Jahreshälfte zwar gelang, die aber trotzdem nicht reichte, das sehr gute Ergebnis des Fußballweltmeisterjahres 2006 zu übertreffen. Deshalb konnten wir den Umsatz von 7,1 Milliarden Euro aus dem Jahr 2006 nicht halten und mussten 2007 einen Umsatzverlust auf rund 6,9 Milliarden Euro hinnehmen.

Unsere entscheidenden Umsatzbringer waren 2007
- Wandern, Trekking, Outdoor + 15 %
- Freizeitmode + 6 %
- etwa gleiche Pluszahlen für die Bereiche Racketsport und Funwheel
- der Angebotsbereich Multisport + 5 %
- Bade und Beach + 1 %
- Running + 1 %

Wie diese Zahlen zeigen, präsentieren sich die europäischen Sportfachhändler im Winter nicht nur als Wintersportanbieter, sondern zunehmend mehr als Wettersportanbieter für das ganze Jahr. Wir Fachhändler wissen dabei, dass wir allein mit unserem Service die angesagten Fachberater sind, wenn immer mehr Kunden Gesundheit und Fitness mit dem Einkauf in unseren Geschäften verbinden. Auch auf dieser ispo werden wir daher genau die vielfältigen Angebote anschauen, die für uns in den wachsenden Marktbereichen Best Agers, 50 plus und sportliche Frauen bereitgehalten werden. Interessant für uns ist auch die Tatsache, dass der lange von Umsatzverlusten geplagte Racketsport wieder an Umsätzen im Markt zulegt. Nicht zuletzt dadurch, weil wir Fachhändler in unserer Mehrheit immer wieder an die Auferstehung des Racketsports, vor allem des Tennis, geglaubt haben. Als Verband haben wir sie zusammen mit unseren Kollegen vor Ort, wie beispielsweise in Hamburg, mit unseren Initiativen sicher auch gefördert.

Wir hoffen, dass die Fußball-Europameisterschaft in der Schweiz und in Österreich wieder einen Umsatzhöhepunkt in den Geschäften bringt, vor allem dann, wenn es beispielsweise die deutsche Mannschaft in das Finale der Euro 2008 schaffen würde. Zusammen mit Erfolgen der anderen Nationalteams, besonders auch den der Österreicher und Schweizer, denen wir als Fedas und vds ebenfalls fest die Daumen drücken, könnten wir dann als europäischer Sportfachhandel im EM-Jahr 2008 den Umsatz 2007, der mit rund 37 Milliarden Euro verglichen zu 2006 in etwa gleich geblieben ist, in Europa doch wieder nennenswert erhöhen.

Als Fedas und vds müssen und werden wir mit allen unseren Partnern aus der Markenartikelindustrie, an ihrer Spitze sicher die Global Players aus dem Sportschuh- und Wintersportbereich, weiter ernsthaft darüber sprechen, wie stark denn der Vertikalisierungsprozess der Markenindustrie fortgesetzt werden soll. Verbunden mit einer immer stärkeren Präsenz dieser Marken in eigenen Verkaufsportalen im Internet.

Das ist für uns sehr ärgerlich. Wir werden uns deshalb als Fedas und vds diese Entwicklung weiter sehr genau ansehen. Dabei wissen wir sicher eines, dass es keiner noch so berühmten Marke gelingen wird, den flächendeckenden Vertrieb aufzubauen und zu unterhalten, den wir als mittelständischer Sportfachhandel seit Jahrzehnten bieten.

Auf Dauer wollen Kunden Markenmix und keine Monomarkenstores. Ein Trend der Marke nach unten bringt oft schnell das Aus der Markenshops.

Wir werden uns aber weiter sinnvollen Kooperationen mit den Marken nicht verschließen. Dabei müssen unsere Partner, die Hersteller, aber eines wissen: Wenn sie weiter auf das Vertriebskonzept Fachhandel setzen wollen oder wie wir glauben auch müssen, dann sollten und müssen sie immer dafür sorgen, dass die entsprechenden Partner im flächendeckenden Fachhandel auch immer genügend Spanne beim Einkauf erhalten müssen, die für ihren Einsatz und ihre Existenz am Markt zum Nutzen aller Partner notwendig ist.

Ohne diese Grundübereinstimmung, so wie sie bisher vorhanden war und noch ist, ist keine Zusammenarbeit am Markt mehr möglich.

Als deutsche und europäische Sportfachhändler freuen wir uns, jetzt in den kommenden Arbeitstagen auf der ispo Winter 2008 aus dem Angebot von mehr als 2000 Markenfirmen unsere Sortimente auswählen zu können. Damit erzielt unsere Weltmesse ispo wieder einen Ausstellerrekord. Dazu gratulieren wir unserem Messepartner herzlich.

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